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Symptom­linderung

  1. Behandlung
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Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose Reize aus der Umwelt. Mögliche Allergieauslöser sind zum Beispiel Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel (Allergene). Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung allergischer Beschwerden ist die Meidung des auslösenden Allergens (Karenz). Da sich dies in der Realität oft nicht erreichen lässt, stehen neben der spezifischen Immuntherapie, bei der das Immunsystem sukzessive an die Allergene gewöhnt wird, auch verschiedene Medikamente (auch Antiallergika genannt) zur Verfügung, um die allergischen Beschwerden zu lindern.

Was bewirken Antiallergika?

Das Prinzip einer antiallergischen medikamentösen Behandlung besteht darin, die durch die Allergene verursachte Reaktion der Immunsystems und der damit verbundenen Beschwerden (z. B. Heuschnupfen, Asthma, Juckreiz) zu vermindern und die Lebensqualität des Patienten wieder zu verbessern.
Abhängig davon, welcher Teil des Körpers (obere Atemwege, Lunge, Haut) von der allergischen Reaktion betroffen ist und wie stark die Beschwerden sind, kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz, die sich in Wirkungsweise und Angriffspunkt unterscheiden.

Welche Medikamente stehen zur Behandlung einer Allergie zur Verfügung?

Da es sich bei einer Allergie um eine Entzündungsreaktion handelt, ist eine antientzündliche Therapie das Mittel der Wahl. Zu den sog. Entzündungshemmern zählen Antihistaminika, Glukokortikoide, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, Cromone und indirekt auch die gegen IgE gerichteten Antikörper.
Zur Linderung akuter Beschwerden der Allergie können bedarfsweise weitere Medikamente eingesetzt werden: abschwellende Nasensprays zur Befreiung einer verstopften Nase bei Heuschnupfen, sog. Alpha-Sympatomimetika und bei Asthma bronchienerweiternde Medikamente zur Inhalation.

Glukokortikoide

Glukokortikoide gelten als die effektivsten antientzündlich wirkenden Präparate und werden in dieser Funktion vor allem bei allergischen Erkrankungen der Atemwege und der Haut lokal begrenzt (topisch) eingesetzt. Angewendet werden Glukokortikoide in Form von Nasensprays oder durch Inhalation bei allergischen Atemwegserkrankungen sowie in Form von Salben oder Cremes beim atopischen Ekzem.Glukokortikoide gehören zu  den wichtigsten Medikamenten bei der Behandlung von allergischem Heuschnupfen und allergischem Asthma: sie unterdrücken die entzündlichen Prozesse in den Atemwegen und vermindern so die nasalen Symptome in Patienten mit allergischem Schnupfen bzw. fördern die Lungenfunktion und reduzieren die bronchiale Überempfindlichkeit in Asthma-Patienten. Diese Effekte treten allerdings nur während der Anwendung auf, werden die Medikamente abgesetzt, stellt sich innerhalb weniger Wochen der ursprüngliche Zustand wieder ein.

Antihistaminika

Antihistaminika wirken als Gegenspieler des vom Körper produzierten und Entzündungen fördernden Botenstoffes Histamin. Sie besetzen an seiner Stelle die entsprechenden Rezeptoren auf der Zellmembran und mindern dadurch die Wirkung des natürlichen Botenstoffes. Eingesetzt werden Antihistaminika vor allem bei allergischem Schnupfen und Nesselsucht (Urtikaria), sie können aber auch den Juckreiz beim atopischen Ekzem lindern. Allerdings kann ihre Einnahme zu Müdigkeit führen.

Leukotrien-Rezeptorantagonisten

Leukotrien-Rezeptorantagonisten wirken ähnlich wie Antihistaminika: Sie besetzen die Rezeptoren für Leukotriene, die als Botenstoffe das Auftreten von Entzündungen fördern und unter anderem zur Verengung der Bronchien führen. Entsprechend wird der in Deutschland zugelassene Vertreter dieser Wirkstoffklasse vor allem gegen Asthma, aber auch bei allergischer Rhinitis eingesetzt.

Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab)

Ein neuer Therapieansatz ist, den Antikörper IgE direkt zu blockieren. Dieser übernimmt bei allergischen Reaktionen eine Schlüsselrolle. Nach der Injektion bindet der Anti-IgE-Antikörper an zirkulierendes IgE und verändert so dessen Bindung an Zellen, die für die Entstehung allergischer Reaktionen verantwortlich sind. Bislang ist der Anti-IgE-Antikörper jedoch nur als Zusatztherapie bei schwerem allergischen Asthma bei Patienten über sechs Jahren zugelassen.

Ziele der medikamentösen Therapie

Eines der Ziele der medikamentösen Behandlung ist es, die durch die Allergie bestehenden Beschwerden zu reduzieren. Dies gelingt mit antiallergischen Medikamenten, die gezielt die Symptome unterdrücken und vor allem in der Langzeittherapie dauerhaften Gewebeschäden vorbeugen können. Das zweite wichtige Ziel der Allergiebehandlung, ein Voranschreiten der Erkrankung und Neusensibilisierungen  zu verhindern, kann derzeit nur mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) erreicht werden.

Entsprechend wird eine medikamentöse Behandlung empfohlen,

  • wenn trotz Allergenmeidung akute oder chronische Beschwerden bestehen.
  • eine Allergenkarenz schwierig oder unmöglich ist.
  • die Zeit bis zur diagnostischen Abklärung der Beschwerden überbrückt werden muss.
  • als Begleitmedikation während einer SIT.
  • wenn eine SIT nicht erfolgen kann.
  • wenn bereits schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) aufgetreten sind.

Lebensqualität verbessern

Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige Therapie, die die Ursache Deiner Allegie behandeln kann. Durch steigende Allergenmengen wird Dein Körper langfristig an den Allergieauslöser gewöhnt und entwickelt eine Toleranz.

Mehr zur Spezifischen Immuntherapie