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Spezifische Immun­therapie

  1. Behandlung
  2. Spezifische Immuntherapie

Ziel der Behandlung von Allergien ist es, zum einen die Symptome der Betroffenen zu mindern und zum anderen ein Voranschreiten der Erkrankung, beispielsweise die Entwicklung eines allergischen Asthmas, zu verhindern. Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist dabei die einzige Therapie, die kausal wirkt und das Immunsystem des Allergikers gezielt und nachhaltig beeinflusst, indem es sukzessive an die Allergie auslösenden Allergene gewöhnt wird.

Abläufe im Immunsystem

Dabei werden durch die Gabe ansteigender Allergenmengen verschiedene Prozesse im Körper in Gang gesetzt, die eine immunologische Toleranz gegenüber den Allergenen erzeugen. So werden bestimmte Immunzellen (T-Lymphozyten), die an den allergischen Prozessen beteiligt sind, in ihrer Funktion gebremst. Gleichzeitig fördert die therapeutische Zufuhr von Allergenen die Bildung anderer Immunzellen (regulatorische T-Lymphozyten) welche die  Allergie auslösenden Zellen zusätzlich hemmen. Zudem produzieren die regulatorischen T-Zellen Stoffe, die die allergische Immunantwort und auch die Bildung von IgE-Antikörpern blockieren. Damit verbunden kommt es zu einem starken Rückgang der allergischen Entzündungsreaktion und zur Besserung der Symptome an den betroffenen Organen (Nase, Lunge, Haut).

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Indikationen der spezifischen Immuntherapie

Angewendet werden kann die SIT bei Allergien gegen Pollen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze und Insektengiftein Ergänzung zu Allergenkarenz und medikamentöser Behandlung zur Symptomlinderung. Als besonders wirksam hat sich die Therapie aufgrund ihrer vorbeugenden Wirkung (Reduktion von Neusensibilisierungen und vermindertes Asthmarisiko) bislang bei jungen Allergikern (≥ 5 Jahre) und Betroffenen mit einer beginnenden allergischen Rhinitis oder einem beginnenden allergischen Asthma erwiesen. Doch auch bei längerer Erkrankungsdauer kann sie zu einer Besserung der Beschwerden beitragen. Im Fall der Insektengiftallergie ist die SIT sogar das einzige Therapieverfahren, das den Patienten sicher vor schweren, potenziell tödlichen allergischen Reaktionen auf einen Stich bewahren kann.

Bei der spezifischen Immuntherapie werden die Allergie auslösenden Allergene entweder durch Injektionen in die Unterhaut (subkutane Immuntherapie, SCIT) oder über die Mundschleimhaut (sublinguale Immuntherapie, SLIT)in den Körper gebracht.

Durchführung und Wirksamkeit der SCIT

Bei saisonalen Beschwerden, beispielsweise durch Pollen, wird eine SCIT in der Regel nach Ende der Saison in der beschwerdefreien Zeit begonnen. Bei ganzjährig auftretenden Beschwerden, beispielsweise durch Milben, kann die Therapie jederzeit aufgenommen werden. In beiden Fällen erfolgt zunächst eine Einleitungstherapie, in der ansteigende Allergenmengen in das Unterhautfettgewebe des Oberarmes injiziert werden, bis die patientenindividuelle Maximaldosis (Erhaltungsdosis) erreicht ist. Die Abstände zwischen den Injektionen betragen in dieser Phase der Dosissteigerung je nach Präparat zwischen 3 und 14 Tagen, in der Regel jedoch eine Woche. Nach Erreichen der Maximaldosis können die Abstände in der sog. Erhaltungstherapie zwischen den Injektionen auf 4 bis 8 Wochen verlängert werden.

Nach jeder Injektion muss der Patient noch 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben für den Fall, dass eine allergische Reaktion auftritt. Zudem sollten Patienten am Tag der Injektion körperliche Anstrengung, Saunabesuche und Alkohol meiden, da diese Faktoren eine mögliche Reaktion auf die Allergenzufuhr verstärken können.

In der Regel sollte eine spezifische Immuntherapie drei Jahre durchgeführt werden, wobei bereits im ersten Jahr nach Therapiebeginn eine Verbesserung der Symptome beobachtet werden kann. Diese nimmt in den folgenden Jahren zu. Gut belegt ist Wirksamkeit der SCIT beim allergischen Schnupfen bei der Pollenallergie sowie bei der Hausstaubmilbenallergie im Erwachsenen-, aber auch Kinder- und Jugendalter. Auch für die Schimmelpilz- (v. a. gegen den Außenluftschimmel Alternaria) und Tierhaarallergie (v. a. Katze) gibt es einige Studien, die die Wirksamkeit der SCIT belegen, allerdings besteht hier noch weiterer Forschungsbedarf. Bei Asthma ist die SCIT für einige Präparate gut untersucht und neben der Allergenmeidung und der medikamentösen Behandlung eine Therapieoption.

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Durchführung und Wirksamkeit der SLIT

Im Gegensatz zur SCIT wird bei der SLIT nur die erste Dosis unter Aufsicht und Nachbeobachtung eines Arztes eingenommen. Alle weiteren Einnahmen erfolgen in Eigenregie des Patienten. Gut belegt ist die Wirksamkeit der SLIT bei allergischem Schnupfen durch Gräserpollen bei Erwachsenen und Kindern sowie bei allergischem Schnupfen durch Baumpollen bei Erwachsenen. Auch für die Hausstaubmilbenallergie zeigen Studien eine Wirksamkeit bei Erwachsenen.

Voraussetzungen für die Durchführung der SIT

Grundvoraussetzung für die Durchführung einer SIT ist, dass die Allergene, auf die der Patient reagiert, umfassend und eindeutig ermittelt wurden und dass sie tatsächlich zu allergischen Beschwerden führen. Eine Sensibilisierung ohne Beschwerden ist kein Grund für eine SIT. Sobald allergische Beschwerden eindeutig einem positiven Allergietest (Prick-Test der Haut oder Blutanalyse) zuordnen zu sind, kann eine SIT in Erwägung gezogen werden. Sind Patienten zudem bereit, sich über die mindestens dreijährige Behandlungsdauer an das vereinbarte Therapieschema zu halten, können gute bis sehr gute Behandlungsergebnisse mit der SIT erzielt werden.

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Wann darf eine SIT nicht durchgeführt werden?

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Nicht angewendet werden darf die SIT bei teil- und unkontrolliertem Asthma sowie Erkrankungen, bei denen die Gabe von Adrenalin nicht erlaubt ist (Ausnahme: Insektengiftallergie), bei Behandlung mit Beta-Blockern oder schweren Autoimmunerkrankungen, Immundefekten bzw. –suppression als auch aktuellen bösartigen Tumorerkrankungen. Schwere systemische Reaktionen nach einer früheren SIT sowie die mangelnde Bereitschaft des Patienten, an der Therapie mitzuwirken, sprechen ebenfalls gegen die Durchführungen einer SIT. Eine SLIT ist zusätzlich bei einer akuten Entzündung im Mund ausgeschlossen.

Die Vorteile der Spezifischen immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige Therapie, die kausal wirkt und so den Gesundheitszustand und die Lebensqualität der betroffenen Patienten nachhaltig beeinflusst und einer weiteren Ausbreitung des allergischen Geschehens vorbeugt. Konkret bedeutet das, dass nicht nur die allergischen Beschwerden gemindert werden, sondern auch ein Etagenwechsel der allergischen Erkrankungen von den oberen Atemwegen (allergischer Schnupfen) in die unteren Atemwege (allergisches Asthma bronchiale) sowie die Entwicklung von Neusensibilisierungen auf weitere Allergene verhindern kann.

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