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Definition

  1. Allergie
  2. Definition

Zahlreiche nationale und internationale Studien belegen die weite Verbreitung und zunehmende Häufigkeit allergischer Erkrankungen. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Patienten, aber auch für die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder werden Allergien inzwischen als Volkskrankheit eingestuft.

Die genauen Ursachen für die Zunahme an Allergien sind bislang unbekannt. Experten haben unter anderem den westlichen Lebensstil mit hohen Hygienestandards in Verdacht. Eine keim- und parasitenarme Umgebung in der Kindheit scheint das sich entwickelnde Immunsystem um wichtige Signale zu berauben, die für die lebenslange Prägung des Immunsystems eigentlich notwendig wären.

Was sind Allergien?

Allergien sind eine Art immunologischer Programmierfehler, bei dem das Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Reize reagiert. Dies können zum Beispiel Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel sein, die allergieauslösende Stoffe, sogenannte Allergene, enthalten. In der Folge reagiert der Körper dort, wo er mit den Allergenen in Kontakt kommt – an der Haut,  in den oberen Atemwegen, in der Lunge und im Darm – mit Entzündungen.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Für die Entstehung allergischer Erkrankungen sind zwei Faktoren verantwortlich: die individuelle genetische Veranlagung und Umweltfaktoren. Studien zufolge wird der Anteil der genetischen Veranlagung am Allergierisiko auf 70 % und der Anteil von Umweltfaktoren auf 30 % geschätzt. Im Gegensatz zu klassischen Erbkrankheiten liegt bei allergischen Erkrankungen jedoch keine Veränderung eines ganz bestimmten Gens, sondern ein komplexes System verschiedener genetischer Faktoren vor.

ReaktionstypMechanismus Zeitintervall zwischen Kontakt mit Auslöser und Reaktion Typische Auslöser Beschwerden
Typ-I Soforttyp-Reaktion IgE-vermittelt, Beteiligung von Mastzelle

Sofort

Pollen, Tierhaare, Bestandteile von Hausstaubmilben, NahrungsmittelHeuschnupfen, allergisches Asthma, Bindehautentzündung, Anaphylaxie
Typ-II zytotoxische Reaktion Antigen-Antikörper-Komplexe auf Gewebe In Minuten Blutgruppenun-verträglichkeit, Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen
Typ-III Immunkomplex-Bildung Antigen-Antikörper-Komplexe im Blutstrom 3-8 Stunden Sporen von SchimmelpilzenAspergillose
Typ-IV Spättyp-Reaktion T-Zell-vermittelt 24-48-72 Stunden Nickel, Haushaltschemikalien, Körperpflegeprodukte, Medikamente Kontaktekzem
Allergie im Video

Ein Spezialist klärt auf

Was ist eine Allergie? Wie wird getestet? Wie funktioniert die spezifische Immuntherapie?
Diese und weitere Fragen werden Dir vom Facharzt beantwortet.

Einteilung allergischer Reaktionen

Abhängig von den Abläufen im Immunsystem werden allergische Reaktionen in vier verschiedene Typen eingeteilt.

Typ-I-Reaktionen

Typ-I-Reaktionen sind die häufigsten allergischen Reaktionen. Hierbei binden körpereigene Antikörper an in den Körper eingedrungene Allergene, was anschließend zur Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin führt. Diese Botenstoffe lösen die typischen allergischen Symptome von Heuschnupfen (allergische Rhinitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und allergischem Asthma aus. Da dieser Prozess unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen abläuft, werden Typ-I-Reaktionen auch als Soforttyp-Reaktionen bezeichnet. Zu den Typ-I-Reaktionen gehören Pollen-, Tierhaar-, Hausstaubmilben- und Insektengift- sowie einige Nahrungsmittelallergien.

Typ-II-Reaktionen

Typ-II-Reaktionen treten auf, wenn durch die Bindung von Allergenen ein sogenannter Antigen-Antikörper-Komplex auf Zellen oder Geweben entsteht. Dieser Komplex aktiviert Immunzellen, sogenannte zytotoxische T-Zellen, die ihn angreifen und dabei auch Zell- und Gewebeschäden verursachen. Zu den typischen Typ-II-Reaktionen zählen beispielsweise die Blutgruppenunverträglichkeit und Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen.

Bei Typ-III-Reaktionen

Bei Typ-III-Reaktionen werden Antigen-Antikörper-Komplexe, die im Blut zirkulieren, in Gefäßen oder Geweben abgelagert und führen dort durch die Aktivierung bestimmter Immunzellen zu akuten Entzündungen. Beispiel einer Typ-III-Reaktion ist die Lungenaspergillose, eine durch Schimmelpilzsporen ausgelöste Erkrankung.

Typ-IV-Reaktionen

Typ-IV-Reaktionen werden durch spezielle Immunzellen (T-Zellen) vermittelt, die durch den ersten Kontakt mit einem Allergen zuerst sensibilisiert, durch wiederholte Exposition dann aktiviert werden. In diesem Zustand zerstören sie Gewebe direkt oder bewirken die Freisetzung von Botenstoffen, die wiederum gewebeschädigende Vorgänge auslösen. Da die entsprechenden Symptome erst ein bis zwei Tage nach dem Allergenkontakt sichtbar werden, werden Typ-IV-Reaktionen auch als „Spättyp“ bezeichnet. Zu den Typ-IV-Reaktionen zählen die Kontaktallergie, die beispielsweise durch Nickel oder Konservierungsstoffe ausgelöst werden kann, sowie viele Formen der Medikamentenüberempfindlichkeit.