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Diagnose

  1. Allergie
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Beim Rasenmähen tränen die Augen, nach dem Verzehr eines Apfels juckt der Gaumen, der Kontakt mit einer Katze führt zu Atemnot: Allergische Beschwerden sind vielfältig und beeinträchtigen die Lebensqualität. Dennoch wissen viele Betroffene nicht, dass sie unter einer Allergie leiden, und die Beschwerden werden bagatellisiert. Werden Allergien jedoch nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, kann sich die Erkrankung dauerhaft verschlimmern.

Deshalb ist die frühzeitige Diagnose allergischer Erkrankungen wichtig. Die Allergiediagnose umfasst im Allgemeinen vier Schritte, die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig ergänzen: Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) und klinische Untersuchung, Hauttestung, Labortestung und gegebenenfalls eine Provokationstestung.

Allergie im Video

Ein Spezialist klärt auf

Was ist eine Allergie? Wie wird getestet? Wie funktioniert die spezifische Immuntherapie?
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Anamnese

Der wichtigste Teil des Diagnoseprozesses ist die Erhebung der medizinischen Vorgeschichte und der aktuellen Befindlichkeit des Patienten. Dabei sammelt der Arzt mit Deiner Unterstützung möglichst umfassende Informationen zu bestehenden und früheren Symptomen, möglichen Allergenkontakten und begleitenden Risikofaktoren. Hierfür ist es hilfreich, wenn Du bereits vor dem Gespräch mit dem Arzt einen Fragebogen ausfüllt, welcher die Art der Beschwerden (Heuschnupfen, Asthma, Ekzem), zeitliches Auftreten (Tageszeit, Jahreszeit), eine mögliche familiäre Häufung, eine eventuell bereits erfolgte Behandlung und die äußeren Umstände (Hobby, Beruf, Anstrengung) erfasst. Für eine gezieltere Selbstbeobachtung kann auch das Führen eines Symptomtagebuchs sinnvoll sein. Eine eingehende körperliche Untersuchung rundet die Anamnese ab.

Hauttestung

Deuten Krankengeschichte und klinischer Befund auf eine allergische Erkrankung, wird meist ein Hauttest durchgeführt. Hierbei werden Allergene in die Haut eingebracht (Pricktest) oder auf die Haut aufgetragen (Epikutan-Test). Liegt eine allergische Sensibilisierung vor, treten am Testort typische Reaktionen wie Rötung und Quaddel auf.

Pricktest

Zum Nachweis einer Soforttypallergie wird der Pricktest verwendet. Hierbei wird jeweils ein Tropfen eines Testlösung auf die Haut (meistens der Unterarminnenseite) aufgebracht. Anschließend wird die Haut durch den Tropfen hindurch oberflächlich angestochen, um das Allergen mit den in der Haut liegenden Mastzellen in Kontakt zu bringen. Bei Allergikern tragen diese Zellen spezifische Antikörper gegen das Allergen (IgE-Antikörper). Somit kommt es zur Freisetzung von Botenstoffen wie Histamin und folglich zu einer Hautreaktion mit Rötung und Quaddelbildung. Ihr Maximum erreichen diese allergischen Testreaktionen nach 15 bis 20 Minuten. Im Fall von allergischen Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel können auch die im Verdacht stehenden Nahrungsmittel selbst verwendet werden. Dafür wird mit der Pricklanzette zuerst in das Nahrungsmittel, dann in die Haut des Patienten gestochen (Prick-zu-Prick-Test).

Epikutantest

Bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem (Spättyp-Reaktion) werden kleine Mengen der Testsubstanzen (z. B. Metalle, Duftstoffe, Inhaltsstoffe von Kosmetika) meist in Vaseline eingearbeitet und anschließend in den Kammern eines speziellen Pflasters auf den oberen Rücken geklebt (Epikutantest). Nach zwei Tagen wird das Pflaster entfernt und die möglichen Hautreaktionen (Rötung, Schwellung, Knötchen- oder Blasenbildung) erstmalig abgelesen. Weitere Kontrollen erfolgen am Tag danach, eventuell auch später.

Labortestung (In-Vitro-Diagnostik)

Ist das Ergebnis einer Hauttestung nicht eindeutig oder diese aufgrund einer Hauterkrankung im Testfeld, einer Schwangerschaft oder bei Babys und Kleinkindern nicht möglich, bietet die in-vitro-Diagnostik eine weitere wichtige Säule der Allergiediagnostik. Dabei wird das Blut des Patienten auf für Allergien typische Antikörper untersucht.

Nachweis von IgE-Antikörpern

Eine zusätzliche Untersuchung ist die Bestimmung allergenspezifischer IgE-Antikörper im Blut. Diese Antikörper sind auf spezifische Allergene gerichtet und vor allem für die Auslösung von Soforttyp-Reaktionen verantwortlich. Bringt man die im Blut enthaltenen IgE-Antikörper mit den Test-Allergenen in Kontakt, bilden sich Antikörper-Antigen-Komplexe, die sichtbar gemacht und in ihrer Menge bestimmt werden können. Um diese Messwerte richtig interpretieren zu können, ist zusätzlich die Bestimmung des Gesamt-IgE-Gehalts im Blut notwendig. Dieser Wert gibt auch Auskunft über eine mögliche genetische Veranlagung zur Allergie.

Provokationstestung

Eine eindeutige Allergiediagnose ist durch die zusätzliche Provokationstestung möglich. Dabei werden die Allergene in Form einer Testlösung mit zunehmender Konzentration entweder direkt auf die betroffenen Schleimhäute (Nase, Augen, Lunge) aufgebracht oder bei Verdacht auf Nahrungsmittel -oder Arzneistoffallergie oral zugeführt. Bist Du tatsächlich allergisch, reagierst Du innerhalb von kurzer Zeit mit den typischen allergischen Symptomen. Provokationstests werden aufgrund des Risikos schwerer allergischer Reaktionen und der benötigten Erfahrung oft nur in spezialisierten Zentren durchgeführt.