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Insekten­gift­allergie

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Insektengiftallergien werden als eine der schwerwiegendsten Überempfindlichkeiten eingestuft. Die Stiche von Bienen, Wespen, Hummeln sowie Hornissen lösen bei Allergikern schwere, teilweise lebensbedrohliche Reaktionen aus, die sogar in einer lebensbedrohlichen Schockreaktion (Anaphylaxie) enden können.

Was ist die Ursache einer Insektengift­allergie?

Auslöser der zumeist IgE-vermittelten Reaktion auf Insektengifte sind verschiedene Allergene, von denen allein bei der Honigbiene (Apis melifera) bereits zwölf bekannt sind. Im Wespengift sind bislang fünf verschiedene Allergene entdeckt worden.

Aufgrund der Verwandtschaft der Insektengruppen ist das Gift der Bienen dem Hummel- und Wespengift ähnlich, aber nicht gleichzusetzen; Wespen- und Bienengift sind in ihrer Zusammensetzung verschieden. Dennoch treten häufig immunologische Kreuzreaktionen auf. Unter anderem werden relativ häufig schwerwiegende allergische Reaktionen nach Bremsenstichen beobachtet. Man nimmt an, dass dies auf eine Kreuzreaktion zwischen den Wespen- und Bremsengiften bei einer vorliegenden Wespengiftallergie zurückzuführen ist.

Welche Symptome gehen mit einer Insektengift­allergie einher?

In der Mehrzahl der Fälle führen die beim Stich injizierten Gifte nur zu lokalen Hautreaktionen. Diese können in Sofort- und Spätreaktionen unterteilt werden. Die Sofortreaktion tritt unmittelbar nach dem Stich auf und erreicht ihren Höhepunkt nach circa 20 Minuten. Symptome sind Juckreiz und die Bildung von Quaddeln oder einer anfallsweise auftretenden Hautrötung (Flush). Bei der Spätreaktion, die erst 24 bis 36 Stunden nach dem Stich voll ausgebildet ist, treten im Bereich des Stiches juckende und persistierende Hautknötchen (Papeln) auf. Örtliche Reaktionen können durch kortisonhaltige Cremes oder Gele, eventuell auch durch die Einnahme von Antihistaminika behandelt werden. Bei einer erheblichen örtlichen Reaktion wie eine Schwellung mit mehr als 10 cm Durchmesser, die mehr als 24 Stunden anhält, kann auch die Einnahme von Kortison helfen.

Anaphylaxie als schwere allergische Reaktion

Bei 0,3 bis 7,5 % der Erwachsenen lösen Stiche von Bienen (Apis melifera) und Wespen (Vespula vulgaris, V. germanica) schwerwiegende allergische Soforttyp-Reaktionen (Anaphylaxie) aus. Diese betreffen die Haut, Atemwege, den Verdauungstrakt und das Herz-Kreislauf-System und können sogar zum Tode führen. An Haut und Schleimhäuten treten dabei Juckreiz, Rötungen, Quaddeln sowie Ödeme auf. Zunge und Gaumen beginnen zu brennen, jucken oder zu kribbeln. Außerdem können Zunge und Gaumenzäpfchen sowie der Bereich des Kehlkopfes anschwellen. Dies kann zu Schluckbeschwerden, Atemgeräuschen und Atemnot führen. Auch Giemen und Husten gehören zu den Symptomen, die nach einem Stich bei Insektengiftallergikern beobachtet werden. Bei Kindern und Jugendlichen kann vor allem die Verengung der Bronchien lebensbedrohlich sein.

Zudem können gastrointestinale Symptome wie krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Es kann außerdem zu einem Blutdruckabfall und zur Verengung der Blutgefäße bis hin zum Atemstillstand kommen. Zusätzlich können Angstzustände auftreten.

Symptome der Anaphylaxie bei Insektengiftallergie

Hautsymptome bei der Insektengiftallergie.

Haut

  • Juckreiz (an den Handflächen, Fußsohlen oder im Genitalbereich)
  • anfallsweise auftretende Rötung (Flush)
  • Nesselsucht (Quaddeln)
  • Schwellung von Haut und Schleimhäuten (Angioödem)
Symptome im Verdauungstrakt bei der Insektengiftallergie.

Verdauungstrakt

  • Übelkeit
  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • Durchfall
Atemwegssymptome bei der Insektengiftallergie.

Atemwege

  • Kratzen im Hals
  • Nasenlaufen
  • Heiserkeit
  • Husten
  • Atemgeräusche
  • Schwellung im Kehlkopfbereich (Larynxödem)
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus)
  • Atemstillstand
Kreislaufsymptome bei der Insektengiftallergie.

Kreislauf

  • Anstieg der Herzfrequenz (Tachykardie)
  • Blutdruckabfall (Hypotonie)
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)
  • Verengung der Blutgefäße
  • Schock
  • Kreislaufstillstand

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Wie sieht die Behandlung der Insektengiftallergie aus?

Aufgrund einer sehr hohen Erfolgsquote ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) für Patienten mit nachgewiesener systemischer Reaktion nach einem Bienen- oder Wespenstich in den meisten Fällen die Behandlung der Wahl. Bei einer Bienen- und Wespengiftallergie wird diese unter die Haut (subkutan) gespritzt. Man spricht von einer subkutanen Immuntherapie (SCIT).

Behandlungsmöglichkeiten der Insektengiftallergie.

Zu Beginn der SCIT ist vor allem für Patienten mit einem hohen Risiko für eine schwere systematische Reaktion ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig, bis die Allergendosis auf das finale Therapieniveau gesteigert ist. Danach werden die Injektionen im ersten Behandlungsjahr alle vier, später alle vier bis sechs Wochen verabreicht. Die Dauer der Therapie ist vom persönlichen Risiko des Patienten abhängig und erstreckt sich in den meisten Fällen über drei bis fünf Jahre. Beendet wird sie, wenn die Injektionen und etwaige weitere Stiche ohne anaphylaktische Reaktionen verlaufen. Dennoch sollten Betroffene weiterhin immer ihre Notfall-Medikamente mit sich führen.

Ein solches Notfallset besteht aus drei Medikamenten, mit denen Insektenstiche sofort behandelt werden können. Dazu gehören ein Kortison-Präparat und ein schnell wirksames Antihistaminikum, um mögliche Schwellung rasch abklingen zu lassen. Eine Adrenalin-Fertigspritze soll Blutdruck und Kreislauf stabilisieren. Notfallsets für Asthmatiker enthalten außerdem spezielle Asthma-Medikamente.

Weitere Informationen zu den Auslösern der Insektengiftallergie finden Sie hier.

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