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Kontakt­allergie

  1. Allergieformen
  2. Kontaktallergie

Nicht immer führt der Kontakt mit Allergenen zu Niesanfällen und tränenden Augen. In vielen Fällen treten Entzündungen der Haut auf, die Experten als allergische Kontaktdermatitis oder allergisches Kontaktekzem bezeichnen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Betroffenen wiederholt Hautkontakt mit einer eigentlich harmlosen Substanz haben, gegen die sie zuvor eine Sensibilisierung ausgebildet haben. Die Substanz bezeichnet man als Kontaktallergen.

Häufigkeit der Kontaktallergie

Zu den häufigsten Kontaktallergien zählt die Nickelallergie, die häufig bei jungen Frauen auftritt und oft durch Piercings und das Tragen von nickelhaltigem Schmuck ausgelöst wird. Neben Nickel wirken auch Duftstoffe bei vielen Betroffenen sensibilisierend und Experten gehen davon aus, dass etwa 1 bis 2 % der Bevölkerung von einer Duftstoffkontaktallergie betroffen sind.

Darüber hinaus gibt es spezielle Berufsgruppen, die häufig an einer Kontaktdermatitis, vornehmlich an den Händen, erkranken. Zu nennen wären hier Friseur-, Metall-, Heil- und Pflege-, Nahrungsmittel-, Bau-, Reinigungs- und Malerberufe.

Wichtige Kontaktallergene

Allergengruppe AllergenVorkommen
Metalle Nickel, Kobalt Schmuck und metallhaltige Kleidungsstücke (Reißverschlüsse, Knöpfe), vernickelte Alltagsgegenstände und Werkzeuge
  Chrom Gegerbtes Leder
  Quecksilber Amalgam-Füllungen
PflanzenPflanzliche Inhaltsstoffe Kosmetika und naturheilkundliche Körperpflegeprodukte
Textil- und Lederallergene AzoFarbstoffe Textilien, Schuhe
Duftstoffe Eichenmoos absolue, Zimtaldehyd, Zimtalkohol, Eugenol, Isoeugenol, Hydroxycitronellal, ätherische Öle Kosmetika, Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte
Gummiinhaltsstoffe Thiurame, Benzothiazole, Thioharnstoffe Technische Gummiartikel, Schutzhandschuhe
Medikamente Benzocain, Neomycin A und B, Gentamicin, Kanamycin Lokalanästhetika, topische Antibiotika zum Beispiel in Form von Salben
Desinfektionsmittel Aldehyde Präparate zur Haut- und Oberflächendesinfektion
Konservierungsmittel Aldehyde, Isothiazolone Wässrige Stoffgemische, wie Arzneimittel oder Kosmetika
Salbengrundlagen Wollwachsalkohole Salben, Kosmetika, Körperpflegeprodukte

Wo tritt die Kontaktallergie auf?

Das allergische Kontaktekzem entsteht meist an der Stelle, an der die Haut mit dem Kontaktallergen in Berührung gekommen ist. Oft sind die Hände an Fingern und Handrücken betroffen, da sie im privaten Umfeld als auch im Berufsalltag einer Vielzahl von Kontaktallergenen ausgesetzt sind. Häufig entsteht die Reaktion aber auch an Beinen, Gesicht und Körperstellen mit Piercings oder direktem Kontakt zu vernickelten Kleidungsbestandteilen (z.B. Jeansknöpfe).

Gelegentlich kann es auch zu sogenannten Aufflammreaktionen an Hautstellen, die zuvor von einem Ekzem betroffen waren, kommen, obwohl das Allergen an einer weit entfernten Stelle einwirkt. Bei starker Sensibilisierung gegen ein Kontaktallergen können auch Streureaktionen an Hautstellen ohne Allergenkontakt beobachtet werden.

Symptome der Kontaktallergie

Das allergische Kontaktekzem zählt zu den Immunreaktionen vom verzögerten Typ, das heißt die Symptome werden erst ein bis zwei Tage nach dem Allergenkontakt sichtbar. Prinzipiell werden akute Kontaktekzeme, die sich durch eine starke Rötung und Schwellung der Haut, Juckreiz, Spannungsgefühl oder Brennen auszeichnen, vom chronischen Kontaktekzem unterschieden. Letzteres tritt auf, wenn der Kontakt zum Allergen nicht ausreichend gemieden wird und die Barrierefunktion der Haut durch die Akutbeschwerden beeinträchtigt ist. Kennzeichen sind chronisch-entzündliche Hautverdickungen und flächenhafte lederartige Veränderungen der Haut.

Akutes Kontaktekzem
  • starke Rötung der Haut
  • ödemartige Schwellung der Haut
  • Juckreiz
  • Spannungsgefühl
  • Brennen
  • Bläschen
Chronisches Kontaktekzem
  • Papulovesikel (Knötchen mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen)
  • chronisch-entzündliche Hautverdickungen mit stärkerer Verhornung
  • entzündliche Verdickung und Vergröberung der Hautfelderung (Lichenifikation)

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Diagnose und Therapie der Kontaktallergie

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie ist es wichtig, zunächst das vorhandene Ekzem zu behandeln und ausheilen zu lassen, bevor mithilfe einer Hauttestung das verantwortliche Allergen aufgespürt werden kann. Andernfalls besteht die Gefahr falsch positiver Testergebnisse.

Der Diagnostik dient ein sogenannter Epikutantest, für den kleine Mengen der Testsubstanzen (z. B. Metalle, Duftstoffe, Inhaltsstoffe von Kosmetika) meist in Vaseline eingearbeitet und anschließend in den Kammern eines speziellen Pflasters auf den oberen Rücken geklebt werden. Nach zwei Tagen wird das Pflaster entfernt und die möglichen Hautreaktionen (Rötung, Schwellung, Knötchen- oder Blasenbildung) erstmalig abgelesen. Weitere Kontrollen erfolgen am Tag danach, eventuell auch später.  

Für die dauerhafte und wirksame Therapie des allergischen Kontaktekzems ist die Meidung des verantwortlichen Allergens Grundvoraussetzung und die bislang einzige Option. Dazu werden im Rahmen der Akuttherapie zunächst alle potenziellen Allergene entfernt (Kosmetika, Reinigungsmittel, berufliche Kontaktstoffe). Bei Verdacht auf eine berufsbedingte Allergie kann dies zunächst eine Krankschreibung erforderlich machen.  

Die Therapie des Kontaktekzems selbst ähnelt der Behandlung anderer Ekzeme, bei der die Basistherapie der gestörten Barrierefunktion (trockene Haut) in Form eines Stufenplanes im Vordergrund steht. Zusätzlich zur Basistherapie erfolgt eine antientzündliche Behandlung mit topischen Glukokortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren.

Weitere Informationen zu den Auslösern der Kontaktallergie finden Sie hier.

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