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Milben­allergie

  1. Allergieformen
  2. Milbenallergie

Die Pollensaison ist längst vorbei und trotzdem ist die Nase ständig verstopft? Nach dem Aufstehen treten Niesattacken auf, die nicht auf eine Erkältung zurückzuführen sind? Häufig verbirgt sich hinter diesen Beschwerden eine Allergie gegen kleine Untermieter in Teppich, Sofa und Matratze: Milben.

Wie entsteht eine Milben­allergie?

Bei einer Milbenallergie, die häufig auch als Hausstauballergie bezeichnet wird, reagiert der Körper auf sogenannte Allergene, die vom Kot der mikroskopisch kleinen Spinnentiere und sich zersetzenden Milbenkörpern stammen und an Staubpartikel gebunden sind. Die Folgen sind allergischer Schnupfen, eine dauerhaft verstopfte Nase, Niesreiz, aber auch Husten oder Bindehautentzündung.

Weltweit zählen Milben zu den wichtigsten Auslösern von Allergien. So haben in Deutschland 16 % der Erwachsenen und 22 % der Kinder eine Sensibilisierung gegen Allergene der Hausstaubmilben; das heißt sie haben ein Risiko eine Allergie gegen Hausstaubmilben zu entwickeln. Etwa ein Drittel der Patienten, die von einem allergischen Schnupfen betroffen sind, leiden unter einer ganzjährigen Milbenallergie.

Welche Milben sind Allergie­auslöser?

Zu den Hausstaubmilben gehören beispielsweise die Arten Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Daneben können aber auch Vertreter der sogenannten Vorratsmilben (z. B. Acarus siro, Tyrophagus putrescentiae, Lepidoglyphus destructor) allergische Symptome auslösen. Diese finden sich nämlich nicht nur – wie ihr Name eigentlich vermuten lässt – in Vorräten, sondern auch im Hausstaub.

Wie leben Milben?

Aufgrund ihrer geringen Größe sind Milben in ihrer Entwicklung stark vom Mikroklima ihrer Umgebung abhängig. Optimale Lebensbedingungen bei etwa 25 °C und einer relativen hohen Luftfeuchtigkeit finden Milben im Haus in mikroklimatischen Nischen wie Matratzen. Mit den Jahreszeiten ändert sich entsprechend die Anzahl der Milben in Teppichen, Teppichböden und Polstermöbeln: Ein Maximum erreicht ihre Zahl in den Sommermonaten ohne Heizung. Am Ende der Heizperiode ist die Milbenpopulation hingegen eher klein. Allerdings liegen in Herbst und Winter sehr große Mengen an Milbenkot und abgestorbenen Körpern vor, die durch die Heizungsluft ausgetrocknet und verstärkt aufgewirbelt werden. Zusätzlich halten wir uns im Winter mehr in geschlossenen Räumen auf als im Sommer, sodass die Symptome in der kalten Jahreszeit stärker ausgeprägt sein können.

Welche Symptome treten bei einer Milben­allergie auf?

Dennoch fehlt bei der Milbenallergie eine enge saisonale Bindung, wie sie bei der Pollenallergie vorliegt. Betroffene berichten vielmehr über eine dauerhaft verstopfte Nase, Niesattacken und Phasen einer laufenden Nase, die sich mit beschwerdefreien Intervallen abwechseln, sowie ein eingeschränktes Riechvermögen. Zusätzlich können Symptome einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder Beschwerden an den Augen (Konjunktivitis) auftreten. Auch Symptome eines Asthma bronchiale wie wiederkehrende Atemnot und nächtlicher, trockener Reizhusten sind häufig. Dass sich die häufig unspezifischen Symptome einer Milbenallergie oft schleichend entwickeln, erschwert die Diagnostik.

Bist Du allergisch?

Dir läuft die Nase schon wieder und ständig plagt Dich dieser nervige Husten? Eventuell hast Du eine Allergie. Mit unserem Allergietest kannst Du herausfinden, ob Deine Symptome zu einer Allergie passen.

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Augen

  • allergische Bindehautentzündung mit Juckreiz (Konjunktivits)
  • Rötung
  • Augentränen
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Nase

  • allergischer Schnupfen (Rhinitis) mit Niesreiz
  • verstopfte oder laufende Nase
  • Schleimhautschwellung
  • chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • eingeschränktes Riechvermögen
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Mund

  • Orales Allergiesyndrom (Schwellungen und Jucken im Mundbereich sowie Hautsymptome)
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Kreislauf

  • Anaphylaktische Reaktionen (Kreislaufbeschwerden) durch Kreuzallergie der Milben mit Meeres-, Schalen- und Krustentieren)
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Lunge

  • Allergisches Asthma
  • Reizhusten
  • Atemnot
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Haut

  • Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • juckender, geröteter Hautausschlag durch Kreuzallergie der Milben mit Meeres-, Schalen- und Krustentieren

Dein Allergie-Tagebuch

Unser Symptom-Tracker ist Dein persönliches Allergietagebuch. Die tägliche Eingabe Deiner Allergiesymptome erleichtert die Diagnose und hilft später die Wirksamkeit Deiner Therapie zu beobachten.

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Lässt sich die Ursache der Milbenallergie behandeln?

Dass das Immunsystem überhaupt auf eigentlich harmlose Fremdstoffe wie Allergene reagiert, bleibt von der symptomatischen Behandlung der Milbenallergie jedoch unbeeinflusst. Eine Möglichkeit, eine Allergie gegen Hausstaubmilben ursächlich zu behandeln, ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Sie stellt auch die einzige Möglichkeit dar, das bei Allergien oft als „Etagenwechsel“ beschriebene Voranschreiten der Krankheit von den oberen (allergischer Schnupfen) in die unteren Atemwege (Asthma) zu verhindern.

Dabei erhalten Patienten über rund drei Jahre hinweg konzentrierte Milbenextrakte. Diese aktivieren Antikörper, toleranzinduzierende Zellen und Botenstoffe, was eine weitere Verstärkung der durch Allergene ausgelösten Immunantwort verhindert. Somit wird die spezifische Immunantwort blockiert und die Entzündungsreaktion im Gewebe gedämpft.

Prinzipiell wird die SIT dann empfohlen, wenn eine Allergiekarenz nicht möglich oder ausreichend ist. Studien zur Wirksamkeit der SIT zeigen, dass Patienten mit ganzjährigem allergischen Asthma und Hausstaubmilbenallergie nach einer Immuntherapie über weniger Symptome, einen geringeren Medikamentenverbrauch, weniger bronchiale Reaktionen und eine bessere Lebensqualität berichten.

Weitere Informationen zu den Auslösern der Milbenallergie finden Sie hier.

Lebensqualität verbessern

Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) ist die einzige Therapie, die die Ursache Deiner Allergie behandeln kann. Durch steigende Allergenmengen wird Dein Körper langfristig an den Allergieauslöser gewöhnt und entwickelt eine Toleranz.

Mehr zur Hyposensibilisierung