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Nahrungs­mittel­allergie

  1. Allergieformen
  2. Nahrungsmittelallergie

Etwa 20 % der Bevölkerung leiden in Deutschland an einer Nahrungsmittelallergie, also einer immunologisch bedingten Überempfindlichkeit auf bestimmte Lebensmittel. Davon machen durch Immunglobulin E (IgE) vermittelte Nahrungsmittelallergien wie die Kuhmilch- oder Erdnussallergie etwa zwei Drittel der Fälle aus. Nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien wie die Zöliakie machen etwa 32 % der Fälle aus. Allergologen unterscheiden zwischen einer primären und sekundären Nahrungsmitelallergie.

Wodurch zeichnen sich primäre Nahrungsmittel­­allergien aus?

Primäre Nahrungsmittelallergien treten meist schon in der frühen Kindheit auf. Experten vermuten als Ursache eine frühe Sensibilisierung über den Verdauungstrakt (z.B. bei Milch- oder Hühnereiweiß). Symptome sind Schwellungen der Lippen, Zunge und/oder des Gaumens, Juckreiz in Mund- und Rachenraum, leider aber auch oft schwere Reaktionen der Haut (Quaddeln, Rötung, Schwellung), des Magen-Darm-Traktes (Durchfall, Erbrechen), der Atemwege (Asthma, Atemnot) und seltener des Kreislaufsystems (Blutdruckabfall, Schock). Diese mitunter lebensbedrohlichen Symptome treten kurz (maximal 2 Stunden) nach dem Verzehr der Lebensmittel auf und werden als Anaphylaxie bezeichnet. Generell geht rund ein Drittel aller in Notfallambulanzen behandelter Anaphylaxien auf Nahrungsmittelallergien zurück. Bei Kindern sind sie für fast 80 % der gemeldeten Fälle verantwortlich. Damit zählen Nahrungsmittel neben Medikamenten und Insektengiften zu den häufigsten Auslösern schwerer allergischer Reaktionen.

Welche Lebensmittel können allergische Reaktionen auslösen?

Zu den häufigsten Auslösern dieser Reaktionen zählen Erdnüsse, Baumnüsse, Soja, Fische und Schalentiere, Kuhmilch, Sellerie und Hühnerei. Bei Kindern kann sich eine Allergie gegen Kuhmilch oder Hühnereiweiß auch wieder herauswachsen, sodass sie die Lebensmittel nach einigen Jahren durchaus verzehren können. Allergien auf Erd- und Baumnüsse, Fisch und Schalentiere (Muscheln, Schnecken) bleiben jedoch häufig lebenslang bestehen.

Wichtige Allergen­quellen bei Nahrungsmittel­allergien für:

Häufige Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei Kindern.
Kinder
  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Erdnuss
  • Weizen
  • Soja
  • Nüsse
  • Fisch

 

 

Häufige Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei Jugendlichen & Erwachsenen.
Jugendliche & Erwachsene
  • pollenassoziierte Nahrungsmittelallergene (siehe unten)
  • Nüsse und Ölsaaten (z.B. Sesam)
  • Erdnuss
  • Fisch und Krustentiere
  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • latexassoziierte Nahrungsmittelallergene (z.B. Banane, Avocado, Kiwi, Feige)
  • Säugetierfleisch

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Und was sind sekundäre Nahrungsmittel­allergien?

Bei den primären Nahrungsmittelallergien vermutet man eine frühe Sensibilisierung über den Verdauungstrakt. Bei den sekundären Nahrungsmittelallergien besteht hingegen zuerst eine Sensibilisierung gegen Allergene von Pollen oder auch Milben. Diese Form ist bei bis zu 60 % der Betroffenen Ursache für die Nahrungsmittelallergie. Da die allergische Reaktion häufig durch Lebensmittel verursacht wird, die Allergenen aus Pollen ähneln, spricht man auch von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie. Durch eine Zunahme der Pollenallergien werden vermutlich auch die hiermit verbundenen Nahrungsmittelallergien in den nächsten Jahren zunehmen. Wie schwer die Pollenallergie ausgeprägt ist, scheint keinen Einfluss auf das Auftreten der pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie zu haben. Diese kann sich auch erst Jahre nach dem Auftreten der Pollenallergie entwickeln.

Besonders häufig lösen Kern- und Steinobst (Apfel, Kirsche, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Pflaume) und bestimmte Gemüsesorten (Karotte, Kartoffel, Sellerie, Soja) oder andere Früchte (Kiwi, Feige, Haselnuss), die ähnliche Allergene besitzen wie Baumpollen, allergische Reaktionen aus.

 

Inhalative Allergene Nahrungsmittelallergene
Baumpollen (z.B. Birke) Apfel, Haselnuss, Karotte, Kartoffel, Kirsche, grüne Kiwi, Nektarine, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Sellerie, Soja, Feige
Beifußpollen Gewürze, Karotte, Mango, Sellerie, Sonnenblumenkerne
Naturlatex Ananas, Avocado, Banane, Kartfoggel, Kiwi, Tomate, Esskastanie, Pfirsich, Mango, Papaya, Acerola-Kirsche, Sellerie
Birkenfeige Feige, Kiwi, Banane, Papaya, Ananas, Avocado
Vogelfedern Ei, Geflügel, Innereien
Hausstaubmilben Schalen- und Weichtiere
Tierepithelien Fleisch

Bist Du allergisch gegen Pollen?

Leidest Du im Freien häufig unter laufender Nase und Niesanfällen? Im Frühling und Sommer sind die Symptome stark ausgeprägt, während Du im Winter gar nichts merkst? Vielleicht hast Du eine  Pollenallergie.

Mehr zur Pollenallergie

Wie sehen die Symptome der pollen­assoziierten Nahrungsmittel­allergie aus?

Die Symptome der pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie treten sofort nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf - seltener aber auch bis zu zwei Stunden danach - und sind meistens schwächer ausgeprägt als bei der primären Nahrungsmittelallergie. Am häufigsten kommt es hierbei zu Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum (Lippen, Zunge, Gaumen, Ohren, Rachen), was als orales Allergiesyndrom bezeichnet wird. Daneben können aber auch eine Nesselsucht (Quaddeln) und Rötung der Haut sowie Atem-, Verdauungs- und Kreislaufprobleme auftreten. Die Häufigkeit schwerer systemischer allergischer Reaktionen in Form einer Anaphylaxie scheint nach Expertenbeobachtungen zuzunehmen.

Symptome der Nahrungsmittelallergie

Nasensymptome der Nahrungsmittelallergie.

Nase

  • Verstopfte Nase
  • Juckreiz
  • Schnupfen
Lungensymptome  der Nahrungsmittelallergie.

Lunge

  • Husten
  • Engegefühl im Brustkorb
  • Schweratmigkeit
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • pfeifende Atemgeräusche
  • Sauerstoffmangel
Hautsymptome der Nahrungsmittelallergie.

Haut

  • Hautrötung (Flush)
  • Hautausschlag
  • Nesselsucht (Quaddeln)
  • Juckreiz
  • Schwellungen
Augensymptome  der Nahrungsmittelallergie.

Augen

  • Juckreiz
  • Rötung
  • Tränenfluss
  • Schwellungen
Symptome im Mundbereich bei der Nahrungsmittelallergie.

Mundbereich

  • Schwellungen der Lippen, der Zunge, des Gaumens und/oder des Kehlkopfes
  • Juckreiz im Mund- und Rachenraum
Symptome im Margen-Darm-Trakt bei der Nahrungsmittelallergie.

Magen-Darm-Trakt

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • kolikartige Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Reflux der Magenflüssigkeit in die Speiseröhre
Kreislaufsymptome der Nahrungsmittelallergie.

Kreislauf

  • Schock
  • Blutdruckabfall
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • kurze Bewusstlosigkeit

Bist Du allergisch?

Dir läuft die Nase schon wieder und ständig plagt Dich dieser nervige Husten? Eventuell hast Du eine Allergie. Mit unserem Allergietest kannst Du herausfinden, ob Deine Symptome zu einer Allergie passen.

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Wie kann eine Nahrungsmittel­allergie diagnostiziert werden?

 

Um die Ursache von Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel zu identifizieren und konkrete Ernährungsempfehlungen geben zu können, ist eine ärztliche Diagnostik unablässig. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang ein ausführliches Arztgespräch, in dem Patienten ihre Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, die Häufigkeit solcher Ereignisse und mögliche Begleitumstände möglichst genau schildern sollten. Hierfür kann das Führen eines Ernährungs- oder Beschwerde-Tagebuchs hilfreich sein.

 

 

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Wie sieht die Behandlung einer Nahrungsmittelallergie aus?

Bei einer Nahrungsmittelallergie ist die Vermeidung des Allergens die sicherste Maßnahme. Dies bedeutet – zumindest im Falle einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie – jedoch nicht, dass die Beschwerden auslösenden Nahrungsmittel stets vollständig gemieden werden müssen.

Häufig berichten Betroffene, dass die Symptome außerhalb der Pollensaison deutlich schwächer sind oder ausbleiben oder dass Begleitumstände wie körperliche Anstrengung die Beschwerden verschlimmern. Viele pollenähnliche Nahrungsmittelallergene sind außerdem hitzelabil, sodass der Verzehr ausreichend erhitzter Nahrungsmittel (z. B. Nüsse, Obst, Gemüse) problemlos möglich ist.

Patienten, die mit bereits schweren allergischen Symptomen (Atem- und Kreislaufbeschwerden) auf Nahrungsmittelallergene reagiert haben, bekommen in der Regeln vom Allergologen ein Notfallset verschrieben Dieses umfasst ein Antihistaminikum, ein Kortikosteroid (Kortison) und einen Adrenalinautoinjektor.

Einige Studien haben inzwischen auch gezeigt, dass Behandlung der zugrunde liegenden Pollenallergie mithilfe einer Spezifischen Immuntherapie die Symptome einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie an der Mundschleimhaut lindern kann. Allerdings sollte eine solche Behandlung nur dann durchgeführt werden, wenn auch tatsächlich allergische Beschwerden bei Pollenkontakt vorliegen.

Einige Studien haben inzwischen auch gezeigt, dass Behandlung der zugrunde liegenden Pollenallergie mithilfe einer Hyposensibilisierung die Symptome einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie an der Mundschleimhaut lindern kann. Allerdings sollte eine solche Behandlung nur dann durchgeführt werden, wenn auch tatsächlich allergische Beschwerden bei Pollenkontakt vorliegen.

Patienten, die mit schweren allergischen Reaktionen (Atem- und Kreislaufbeschwerden) auf Nahrungsmittelallergene reagieren, sollten zur Sicherheit immer ein Notfallset zur Selbstmedikation bei sich haben. Dieses sollte ein Antihistaminikum, ein Kortikosteroid (Kortison) und einen Adrenalinautoinjektor umfassen.

Wie Du Allergene meiden kannst

Am einfachsten kannst Du Deine allergischen Symptome reduzieren, indem Du die Allergieauslöser meidest. Das kann im Alltag schwierig sein - hier findest Du Tipps, wie Du das am besten umsetzen kannst.

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