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Schimmel­pilz­allergie

  1. Allergieformen
  2. Schimmelpilzallergie

Sie leben in feuchten Wänden, in Blumenerde, in der Vegetation oder dem Kompost und benötigen für ihr Wachstum vor allem eine Voraussetzung, nämlich Feuchtigkeit: Die Rede ist von Schimmelpilzen, die in Mitteleuropa in der Außenluft, aber auch in Innenräumen mit etwa 200 verschiedenen Arten vertreten sind und bei rund fünf Prozent der Bevölkerung zu einer Sensibilisierung führen. Allerdings ist nicht jede Sensibilisierung automatisch mit allergischen Beschwerden verbunden, es gibt auch sog. stumme Sensibilisierungen.

Die Schimmelpilzallergie im Überblick

Was sind Schimmel­pilze?

Schimmelpilze wachsen in Form eines weit verzweigten Netzes feinster, fadenförmiger Zellen (sog. Hyphen), deren Gesamtheit als Myzel bezeichnet wird. Sie können sich durch winzige Sporen (2 - 10 m) oder durch Myzelbruchstücke über die Luft verbreiten, wobei das tatsächliche Vorkommen unter anderem von der Flugfähigkeit abhängt. Daneben setzen Schimmelpilze auch Stoffwechselprodukte (Toxine) und andere organische Substanzen frei. Experten gehen davon aus, dass alle Schimmelpilzarten sensibilisierend wirken können und die verschiedenen Arten bis zu 30 verschiedene Allergene besitzen können.

Wo kommen Schimmel­pilze vor?

Zu den hierzulande auftretenden Schimmelpilzarten zählen unter anderem Vertreter der Gattungen Alternaria, Aspergillus, Cladosporium, Penicillium und Stachybotrys. Die meisten Schimmelpilzarten haben einen für sie typischen Lebensraum:

So kommen Vertreter der Gattungen Cladosporium, Alternaria und Botrytis in der Vegetation vor, Aspergillus fumatus gedeiht vor allem in Kompost und verrottendem Pflanzenmaterial. Stachybotrys chartarum wächst auf sehr feuchten, zellulosehaltigen Baumaterialien (z. B. Tapeten). Viele Penicillium-Arten besiedeln verderbende Lebensmittel und (Bio-)Abfälle. Andere Schimmelpilzarten treten in feuchter Bausubstanz oder bei Tierhaltung mit Einstreu auf.Die vorwiegend als Außenluftschimmel geltenden Gattungen Alternaria sowie Cladosporium scheinen für die Entstehung und den Schweregrad des Asthmas von besonderer Bedeutung zu sein. So machen Experten besonders die Schimmelpilzart Alternaria alternata für Asthmanotfälle und das sogenannte Gewitter-Asthma verantwortlich.

Wie häufig sind Schimmel­pilzallergien?

Die Häufigkeit einer Sensibilisierung gegen Schimmelpilze im Allgemeinen schätzen Experten auf etwa 5 % der Bevölkerung. Allerdings fanden Studien deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Schimmelpilzarten: So zeigten Hauttests bei 11 % der untersuchten Personen eine Sensibilisierung auf Alternaria alternata, bei 8 % eine Sensibilisierung auf Cladosporium herbarum und bei rund 6 % eine Sensibilisierung auf Aspergillus fumigatus. Etwa 60 % der Personen mit Sensibilisierung entwickeln eine allergische Erkrankung, wobei es Unterschiede zwischen einzelnen Allergenen gibt. Ob und wann ein Mensch eine Schimmelpilzallergie entwickelt, ist abhängig von seiner genetischen Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren.

Welche Symptome gehen mit einer Schimmelpilzallergie einher?

Zu der klinisch wichtigsten und am häufigsten durch Schimmelpilze ausgelösten allergischen Reaktion zählt die Typ-I-Allergie. Betroffene leiden unter allergischem Schnupfen (ähnlich Heuschnupfen), allergischer Bindehautreizung (Konjunktivitis), allergischem Asthma oder Nesselsucht (Urtikaria). Schon geringe Belastungen mit Schimmelpilzallergenen können allergische Reaktionen hervorrufen.

Betroffene Körperregion Symptome
Nase Allergischer Schnupfen (Rhinitis) mit Niesreiz, verstopfter oder laufender Nase, Schleimhautschwellung, Geruchsbelästigung
Augen Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit geröteten, juckenden, brennenden und tränenden Augen
Lunge Allergisches Asthma mit Husten und akuter Atemnot, Reizung der Rachenschleimhäute (Trockenheitsgefühl und Räuspern), Bronchitis
Haut Neurodermitis (atopisches Ekzem) mit juckendem, gerötetem Hautausschlag, Nesselsucht (Quaddeln, Hautrötung)
Zentrales Nervensystem Kopfschmerzen und Müdigkeit

Bist Du allergisch?

Dir läuft die Nase schon wieder und ständig plagt Dich dieser nervige Husten? Eventuell hast Du eine Allergie. Mit unserem Allergietest kannst Du herausfinden, ob Deine Symptome zu einer Allergie passen.

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Wie wird getestet?

Deine Krankengeschichte gibt dem Arzt wichtige Hinweise, welche Allergene für Deine Symptome verantwortlich sein können. Gemeinsam mit einem Pricktest kann er Deine Allergieauslöser identifizieren.

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WIE SIEHT DIE BEHANDLUNG DER SCHIMMELPILZ­ALLERGIE AUS?

Die Vermeidung des Allergens ist bei Schimmelpilzen nur begrenzt oder gar nicht umsetzbar. Zur Linderung bestehender Symptome stehen Medikamente wie Antihistaminika, Glukokortikoidhaltike Nasensprays und abschwellende Nasensprays zur Verfügung. Sie unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers auf das Allergen, die zu den typischen Beschwerden der Pollenallergie führt.

Wenn Du dem Übel auf den Grund gehen willst, kannst Du über eine spezifische Immuntherapie (SIT) nachdenken. Durch die Gabe wachsender Allergendosen wird hierbei versucht, im Körper eine Toleranz gegenüber dem Allergen zu entwickeln. Die SIT wird gewöhnlich über drei Jahre durchgeführt.

Lebensqualität verbessern

Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige Therapie, die die Ursache Deiner Allegie behandeln kann. Durch steigende Allergenmengen wird Dein Körper langfristig an den Allergieauslöser gewöhnt und entwickelt eine Toleranz.

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Dein Allergie-Tagebuch

Unser Symptom-Tracker ist Dein persönliches Allergietagebuch. Die tägliche Eingabe Deiner Allergiesymptome erleichtert die Diagnose und hilft später die Wirksamkeit Deiner Therapie zu beobachten.

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