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Tier­haar­allergie

  1. Allergieformen
  2. Tierhaarallergie

In Deutschland leben aktuellen Zahlen des Industrieverbandes Heimtierbedarf zufolge knapp 13 Millionen Katzen (22 % der Haushalte), knapp acht Millionen Hunde (16 % der Haushalte) und fünf Millionen Kleintiere (6 % der Haushalte). Dies bedeutet, dass 43 % der Haushalte in Deutschland ein Heimtier besitzen, in Familien mit Kindern ist es sogar mehr als jeder zweite (58 %).

Wie verbreitet ist die Tierhaar­allergie?

Dabei haben etwa 10 % der Bevölkerung eine allergische Sensibilisierung gegen Tiere und leiden teilweise unter allergischem Schnupfen, Asthma, Haut- oder Augensymptomen. Da die Allergene von Tieren zum großen Teil an Staub- und Feinstaubpartikel des Hausstaubes gebunden sind, gehören sie zu den Innenraumallergenen. Fälschlicherweise wird häufig angenommen, dass Menschen nur auf das Fell der Tiere allergisch reagieren. Daher ist mittlerweile der Begriff Tierhaarallergie weit verbreitet. Ihren Ursprung haben die Allergene allerdings nicht nur im Fell, sondern auch in der Haut, dem Speichel und anderen Drüsensekreten. Auch Stacheln und Schuppen können Allergien verursachen.

Am häufigsten treten in der Bevölkerung Sensibilisierungen gegen Hunde (7 %), Katzen (7 %) und Pferde (3,5 %) auf. Diese Menschen haben ein erhöhtes Risiko, eine Allergie gegen das entsprechende Tier zu entwickeln. Im Haushalt lebende Tiere sind die Hauptquelle erhöhter Allergenkonzentrationen im Hausstaub. So ist beispielsweise in Wohnungen, in denen Katzen gehalten werden, die Konzentration von Katzenallergenen im Hausstaub etwa 600-fach höher als in Wohnungen ohne Katzenhaltung. Bei der Hundehaltung ist sie etwa doppelt so hoch. Hinzu kommt, dass Katzenallergene auch Jahre nach dem Auszug der Katze noch im Hausstaub nachweisbar sind. Und auch in Wohnungen ohne Katzenhaltung sind die Allergene in beträchtlichen Mengen vorhanden. Ursache hierfür ist Verbreitung über Feinstaub und Kleidung.

 

 

Was ist die Ursache einer Tierhaar­allergie?

Allergien entstehen durch eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Reize wie beispielsweise Tierhaare. Dadurch kommt es überall dort, wo der Organismus mit den Allergenen in Kontakt kommt – in den oberen Atemwegen, in den Augen, in der Lunge, an der Haut – zu Entzündungsprozessen, die sich in Form von allergischem Schnupfen, allergischer Bindehautentzündung, Asthma oder atopischem Ekzem äußern.

Bist Du allergisch?

Dir läuft die Nase schon wieder und ständig plagt Dich dieser nervige Husten? Eventuell hast Du eine Allergie. Mit unserem Allergietest kannst Du herausfinden, ob Deine Symptome zu einer Allergie passen.

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Wie sehen die Symptome einer Tierhaar­allergie aus?

Allergische Reaktionen auf Tiere äußern sich meist in allergischem Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase (Rhinitis), allergische Bindehautentzündung, allergischem Asthma mit Hustenanfällen und Atemnot sowie atopischem Ekzem (Neurodermitis) oder Nesselsucht (Quaddeln, Hautrötung).

Eine Sensibilisierung auf das Katzenallergen Fel d2 ist außerdem für das sogenannte Schweinefleisch-Katzen-Syndrom verantwortlich, das bei einigen Patienten beim Verzehr von nicht vollständig durchgegartem Schweinefleisch (z. B. Wurst, Schinken) zu schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) führen kann. Nach dem Biss exotischer Tiere wurden auch schon akute Kreislaufbeschwerden bis hin zum allergischen Schock (anaphylaktische Reaktionen) beobachtet.

Betroffenes Organ Symptom
Nase Allergischer Schnupfen (Rhinitis) mit verstopfter oder laufender Nase
Augen Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit geröteten und juckenden Augen
Lunge Allergisches Asthma mit Hustenanfällen und Atemnot
Haut Neurodermitis (atopisches Ekzem) mit juckendem, gerötetem Hautausschlag, Nesselsucht (Quaddeln, Hautrötung)
Kreislauf Anaphylaktische Reaktionen (akute Kreislaufbeschwerden bis hin zum allergischen Schock) nach Biss

Wie wird getestet?

Deine Krankengeschichte gibt dem Arzt wichtige Hinweise, welche Allergene für Deine Symptome verantwortlich sein können. Gemeinsam mit einem Pricktest kann er Deine Allergieauslöser identifizieren.

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Unser Symptom-Tracker ist Dein persönliches Allergietagebuch. Die tägliche Eingabe Deiner Allergiesymptome erleichtert die Diagnose und hilft später die Wirksamkeit Deiner Therapie zu beobachten.

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Wie wird eine Tierhaar­allergie behandelt?

Eine Sensibilisierung auf Tierallergene gilt als starker Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma und allergischem Schnupfen. Die Vermeidung des Allergens steht bei der Tierhaarallergie im Vordergrund und ein Haustier sollte beim Vorkommen in der Familie nicht angeschafft bzw. gegebenenfalls abgeben werden.

Da die Vermeidung aufgrund der weiten und einfachen Verbreitung der Allergene nicht immer möglich ist, können Allergiker ihre Beschwerden mit Medikamenten behandeln. Zur Linderung bestehender Symptome stehen Antihistaminika, Glukokortikoidhaltike Nasensprays und abschwellende Nasensprays zur Verfügung. Sie unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers auf das Allergen, die zu den typischen Beschwerden der Tierhaarallergie führt.

Möglich ist daneben aber auch eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Durch die Gabe wachsender Allergendosen wird hierbei versucht, im Körper eine Toleranz gegenüber dem Allergen zu entwickeln. Die SIT wird gewöhnlich über drei Jahre durchgeführt.

Weitere Informationen zu den Auslösern der Tierhaarallergie finden Sie hier.

Lebensqualität verbessern

Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) ist die einzige Therapie, die die Ursache Deiner Allergie behandeln kann. Durch steigende Allergenmengen wird Dein Körper langfristig an den Allergieauslöser gewöhnt und entwickelt eine Toleranz.

Mehr zur Hyposensibilisierung