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Allergien im Kindesalter

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Juckreiz, tränende Augen oder laufende Nase – unter Umständen Symptome einer Allergie. Auch bei Kindern kommen bereits allergische Erkrankungen vor, bei denen die erhöhte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems eine zentrale Rolle spielt. Von den 0 bis 17-jährigen leiden in Deutschland 16 Prozent an einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen (saisonaler allergischer Schnupfen), Asthma bronchiale oder Neurodermitis. Aber auch ganzjähriger allergischer Schnupfen, verursacht durch Milben, Tierhaare oder Schimmelpilze, Nahrungsmittelallergien und Insektengiftallergien kommen vor.

Lies hier mehr zum Thema Allergieauslöser.

Aktuell ist fast ein Sechstel betroffen

Allergien sind bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile eines der häufigsten Gesundheitsprobleme. In der KiGGS Studie des Robert-Koch-Instituts wurde gezeigt, dass von den Kindern und Jugendlichen in Deutschland aktuell gut 9 Prozent an Heuschnupfen, 6 Prozent an Neurodermitis und 4 Prozent an allergischem Asthma leiden. Jungen sind dabei häufiger von Heuschnupfen und Asthma betroffen als Mädchen.

Neigung zu allergischen Erkrankungen liegt in der Familie

Ein deutlich erhöhtes Allergierisiko (60-80 Prozent) haben Kinder, wenn beide Elternteile atopische Erkrankungen wie etwa Neurodermitis, allergischen Schnupfen oder Asthma bronchiale haben oder hatten. Neben der genetischen Vorbelastung sind jedoch weitere Faktoren an der Entstehung einer Allergie beteiligt.

Verlauf allergischer Erkrankungen im Kindesalter

Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis kommen häufig schon im Säuglingsalter vor. Luftgetragene Allergene, wie Katzenallergene, Hausstaubmilben aber auch Pollen lösen im Kleinkind- und Grundschulalter verstärkt allergische Reaktionen aus. Bei Jugendlichen reagiert das Immunsystem vermehrt auf Pollen. Eine frühe Nahrungsmittelallergie (am häufigsten sind Milch, Ei oder Erdnussallergien) und Neurodermitis können sich auch wieder verwachsen. Von Nahrungsmittelallergien betroffene Kinder haben in der Regel auch ein erhöhtes Risiko, später einen allergischen Schnupfen oder ein allergisches Asthma zu entwickeln. Allergischer Schnupfen wiederum resultiert oft in der Entwicklung von Asthma bronchiale.

Neuere Daten zeigen, dass sich eine frühe Einführung von Erdnüssen bei Kindern mit einem hohen Allergierisiko vorbeugend auf die Entwicklung einer Erdnussallergie auswirkt. Auch eine anschließende Meidung des Allergens führt nicht zu einer vermehrten Allergieentwicklung. Anders sieht es bei Kontakt mit dem Allergen über die Haut aus: Bei Neurodermitis können Erdnussallergene über die gestörte Hautbarriere aufgenommen werden und somit eine Sensibilisierung (erhöhte Empfindlichkeit, Bereitschaft zur Allergie) oder eine Allergie auslösen. Relevante Mengen von Erdnuss können sich sogar im Hausstaub befinden.

Allergischer Schock

Ein allergischer Schock, auch Anaphylaxie genannt, ist eine seltene, jedoch schwerwiegende allergische Reaktion, die sofortiges Handeln erfordert. Nahrungsmittel sind der häufigste Auslöser bei Kindern. Vor allem bei kleinen Kindern sind Rückzug oder Unruhe erste Anzeichen. Das Hauptsymptom bei lebensbedrohlicher Anaphylaxie ist im Kindesalter eine Verengung der unteren Atemwege. Lies mehr zu dem Thema in den Kapiteln Vorbereitung auf den Notfall, Das Anaphylaxie Notfallset und Anaphylaxie.

Diagnose

Die Diagnose "Allergie" stellt ein erfahrener Kinderallergologe (Kinderarzt mit der Zusatzqualifikation Allergologie). Hilfreich bei der Diagnosestellung kann es sein, wenn Du die Symptome deines Kindes bereits mit Orten oder Situationen in Zusammenhang bringen kannst. Zur Bestätigung seiner ersten Vermutung kann Dein Arzt daraufhin unterschiedliche Testverfahren einsetzen:

Bei dem so genannten Pricktest (Hauttest) tropft der Arzt verschiedene Testlösungen mit allergieauslösenden Stoffen auf die Haut der Unterarminnenseite des Kindes. Anschließend werden diese Stellen mit einer Nadel minimal eingeritzt. Abgelesen wird anhand der Quaddelbildung nach etwa 20 Minuten. Dieser Test ist etwa ab dem Kindergartenalter anwendbar. Alternativ kann eine Allergie bei jüngeren Kindern mittels eines Bluttests nachgewiesen werden.

Die Diagnose von allergischem Asthma ist bei Kindern deutlich erschwert, da häufige Atemwegsinfekte Entzündungen verursachen, die sich klinisch kaum von Asthma bronchiale unterscheiden. Zum Schuleintritt nimmt die Infekthäufigkeit aber deutlich ab.

Lies hier mehr zum Thema Diagnose.

Therapiemöglichkeiten

Je früher eine Allergie erkannt wird, desto besser lässt sich diese behandeln. Grundsätzlich ist das Vermeiden des Allergens immer die erste und wichtigste Maßnahme.

Bei allergischem Schnupfen, allergischem Asthma bronchiale und Insektengiftallergien, kann ab einem Alter von 5 Jahren eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) durchgeführt werden. Auch bei zusätzlich bestehender Neurodermitis wird diese Therapieform empfohlen. Die Prävention von Neusensibilisierungen und eine Verringerung des Asthmarisikos sind entscheidende Gründe eine Hyposensibilisierung früh im Kindes- und Jugendalter zu beginnen.

Hier findest Du weitere Informationen zum Thema Hyposensibilisierung.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit neben der Hyposensibilisierung ist die Einnahme von Medikamenten wie Antihistaminika oder Kortison. Allerdings lassen sich mit diesen nur die Symptome unterdrücken. An der Ursache ändert sich dadurch nichts.

Empfehlungen zur Allergieprävention und Risikominimierung

  • Die mütterliche Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit sollte ausgewogen und nährstoffdeckend sein (inklusive Fisch). Eine allergenarme Diät der Mutter ist nicht notwendig.
  • Idealerweise werden Kinder bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich gestillt. Wenn Stillen nicht möglich ist, wird bei Risikokindern eine HA-(hypoallergene)-Säuglingsanfangsnahrung empfohlen. Danach sollte zeitnah mit der Beikosteinführung (inklusive Fisch) begonnen werden.
  • Übergewicht sollte aufgrund eines Zusammenhangs zwischen erhöhtem Body-Mass-Index und Asthma vermieden werden.
  • Familien mit erhöhtem Allergierisiko sollten keine Katzen anschaffen.
  • Achte auf ein gutes Innenraumklima ohne Schimmel und vermeide auch Tabakrauch sowie Luftschadstoffe.
  • Schutzimpfungen nach STIKO-Empfehlungen werden auch für Allergie-Risikokinder empfohlen.