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Anaphylaxie

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Anaphylaxie, auch anaphylaktischer oder allergischer Schock ist eine potentiell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion, deren Auswirkungen und Symptome den ganzen Körper betreffen können. Diese Form der allergischen Soforttyp-Reaktion tritt sehr plötzlich auf, meist nach dem Essen, einem Insektenstich oder der Einnahme von Medikamenten. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei circa 0,05-2%, das heißt 50-2000 Personen von 100.000 erleiden im Laufe Ihres Lebens einen anaphylaktischen Schock. Jährlich treten pro 100 000 Einwohner 8-10 Anaphylaxien auf.

Die Symptome

Im Rahmen einer Anaphylaxie kommt es über freigesetzte Mediatoren (wie Histamin) zu einer Weitstellung der Blutgefäße und daraus resultierendem Blutdruckabfall, sowie zu Herzrhythmusstörungen. Die schwerwiegende allergische Soforttyp-Reaktionen betrifft zumeist die Haut, die Atemwege, den Verdauungstrakt und das Herz-Kreislauf-System. Bei einer leichten Reaktion können ein Hals- und Rachenkratzen, juckende/r Handflächen/Fußsohlen/Genitalbereich, Rötung der Haut, Quaddelbildung, Nesselsucht, geschwollene Lippen/Gesicht, Unwohlsein/Brechreiz sowie eine nicht zuordbare Angst auftreten. Schwere Reaktionen äußern sich durch eine unmittelbare Heiserkeit, pfeifendes Atemgeräusch, Atemnot und Bewusstlosigkeit. Die Symptome treten dabei mindestens an zwei unterschiedlichen Organsystemen (Haut, Darm, Atemwege, Kreislauf) auf z.B. Übelkeit und Hautausschlag.

Man unterscheidet vier verschiedene Schweregrade:

StadiumSymptome

I

Lokalreaktion

Haut: Juckreiz, Rötung, Schwellung, Nesselsucht

II

Leichte Allgemeinreaktion

Haut: Juckreiz, Rötung, Schwellung, Nesselsucht

Magen-Darm: Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen

Atemwege: Nasenlaufen, Heiserkeit, Atemnot

Herz-Kreislauf: Blutdruckabfall, beschleunigter Puls, Herzrhythmusstörung

III

Bedrohliche Allgemeinreaktion

Haut: Juckreiz, Rötung, Schwellung, Nesselsucht

Magen-Darm: Erbrechen, Darmentleerung

Atemwege: Kehlkopfödem, blaurote Verfärbung von Haut, Schleimhäute, Lippen und Fingernägel, Obstruktion der Atemwege (Bronchospasmus)

Herz-Kreislauf:Schock

IV

Organversagen

Haut: Juckreiz, Rötung, Schwellung, Nesselsucht

Magen-Darm: Erbrechen, Darmentleerung

Atemwege: Atemstillstand

Herz-Kreislauf: Herz-Kreislaufstillstand

Wurden vor der allergischen Reaktion Medikamente eingenommen, so können diese negative Auswirkungen auf den Verlauf bzw. Schweregrad der Anaphylaxie haben. Zu diesen Präparaten gehören ACE-Hemmer, ß-Blocker und Schmerzmittel wie Ibuprofen, ASS und Diclofenac.

Welche Allergene kommen in Frage?

Insektenstiche, Medikamente (z.B. Schmerzmittel, Antibiotika oder Lokalanaesthetika) und Nahrungsmittel (Erdnuss, Haselnuss, Weizen, Kuhmilch, Hühnerei, Soja, Sellerie sowie Krusten- und Schalentiere) sind die häufigsten Auslöser eines allergischen Schocks.

Bei Erwachsenen dominieren hierzulande Insektengifte als Auslöser der Anaphylaxie; Nahrungsmittel sind der häufigste Auslöser schwerer allergischer Reaktionen im Kindesalter (0–17 Jahre).

Selten kommen als Auslöser auch noch Anstrengung und Latex in Frage. Sehr selten lösen Hyposensibilisierung, Samenflüssigkeit, Mastozytose (Anhäufung allergievermittelnder Immunzellen genannt Mastzellen), Kälte-Urtikaria (Nesselsucht), Schlangengift oder Getreidestaub einen allergischen Schock aus.

Therapie des allergischen Schocks

Notfallmedikation – Wichtige Erste Hilfe-Ausrüstung

Ist es einmal zu einer Anaphylaxie mit nicht vermeidbarem Auslöser gekommen oder hat der Patient eine Mastozytose, wird ein Notfallset verordnet. Es enthält üblicherweise ein antiallergisches Mittel (Antihistaminikum), ein Kortisonpräparat sowie einen Adrenalin-Autoinjektor. Daneben kann es für Asthmatiker ein Spray enthalten, welches hilft, Luftnot zu lindern (inhalativer Bronchodilatator). Ein Adrenalin-Autoinjektor sollte ebenfalls verordnet werden, wenn der Patient Asthmatiker ist und bereits systemische allergische Reaktionen hatte. Gleiches gilt für nicht Asthmatiker, wenn die systemischen, allergischen Reaktionen einen fortschreitenden Charakter haben, auf potente Allergene, wie Nüsse oder Sesam, erfolgten oder der Betroffene bereits auf kleinste Allergenmengen reagiert. Als Grundregel im Falle eines allergischen Schocks gilt es, ruhig zu bleiben, die im Schock befindliche Person zu beruhigen und nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

LAGERUNG

Im Fall von Kreislaufsymptomen ist eine liegende Position sinnvoll, bei Atemnot sollte man eine sitzende Position wählen. Bei Bewusstlosigkeit wird der Betroffene in stabile Seitenlage gebracht.

Erste Hilfe Maßnahmen mit Notfallset

Bei einer leichten anaphylaktischen Reaktion bleib bitte bei der betroffenen Person und informiere den Notarzt unter 112. Dann helfe ihm/ihr bei der Einnahme von Antihistaminikum und Kortison aus dem Notfallset, falls möglich notiere Dir die verabreichte Menge. Der Adrenalin-Autoinjektor des Patienten sollte immer bereit gehalten werden für den Fall, dass es Anzeichen einer schweren Anaphylaxie gibt (siehe Symptome).

Bei einer schweren Anaphylaxie injiziere bitte sofort den Adrenalin-Autoinjektor seitlich in den Oberschenkelmuskel und lagere den Betroffenen wie oben beschrieben. Bei Atemnot verabreiche zusätzlich zwei Hübe Atemspray. Nach Verständigung des Notarztes unter 112, unterstützt Du den Patienten bei der Einnahme von Antihistaminikum und Kortison.

NOTRUF

Weise beim Absetzen des Notrufs (112) direkt auf die vermutete Schocksituation hin.

Jeder Patient, der einmal eine allergische Allgemeinreaktion (nicht lokal begrenzt) erlitten hat, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob eine Ausrüstung mit Notfallset sinnvoll ist und diese dann immer bei sich tragen. Zudem sollte man die Lagerungshinweise beachten sowie regelmäßig das Ablaufdatum der enthaltenen Medikamente prüfen und sich diese gegebenenfalls rechtzeitig neu verordnen lassen.

Mehr Informationen zu dem Thema Anaphylaxie findest Du hier.