Nahrungsmittelallergie

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Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittel­allergie

Erdnussallergie, Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz: Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten sind nicht nur vielfältig, sondern auch besonders häufig. In Deutschland leiden schätzungsweise 20 % der Bevölkerung an einer immunologisch bedingten Überempfindlichkeit auf bestimmte Lebensmittel. Rund zwei Drittel der Fälle betreffen sogenannte Immunglobulin E (IgE)-vermittelte Lebensmittelallergien etwa gegen Kuhmilch oder Erdnüsse. Den Rest der Fälle machen nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien wie die Zöliakie aus – die Unverträglichkeit von Gluten.

Ursachen einer primären Nahrungsmittel­allergie

Allergologen unterscheiden zwischen zwei Formen von Lebensmittelallergien, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben: die primäre Nahrungsmittelallergie und die sekundäre Nahrungsmittelallergie.

Primäre Nahrungsmittelallergien treten meist schon in der frühen Kindheit auf. Experten vermuten als Ursache eine frühe Sensibilisierung über den Verdauungstrakt (z. B. bei Milch- oder Hühnereiweiß).

Häufige Allergenquellen bei primären Nahrungsmittel­allergien

Bei Kindern

  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Erdnuss
  • Weizen
  • Soja
  • Nüsse
  • Fisch

Bei Jugendlichen und Erwachsenen

  • Nüsse und Ölsaaten (z. B. Sesam)
  • Erdnuss
  • Fisch und Krustentiere
  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • latexassoziierte Nahrungsmittelallergene (z. B. Banane, Avocado, Kiwi, Feige)
  • Säugetierfleisch

Ursachen einer sekundären Nahrungsmittel­allergie

Anders als bei primären Lebensmittelallergien besteht bei sekundären Nahrungsmittelallergien, die 60 % der Fälle ausmachen, zunächst eine Sensibilisierung gegen inhalative Allergene wie Pollen oder Milben. Bei dieser Kreuzallergie kommt es zu einer allergischen Reaktion auf bestimmte Lebensmittel, wenn die darin enthaltenen Allergenkomponenten denen in inhalativen Allergenen ähneln, gegen die man allergisch ist. Man spricht dann von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie. Da immer mehr Menschen von Pollenallergien betroffen sind, werden in den nächsten Jahren auch die damit verbundenen Nahrungsmittelallergien zunehmen. Diese können jedoch auch erst Jahre nach dem Auftreten der Pollenallergie in Erscheinung treten.

Welche inhalativen Allergene mit welchen Nahrungsmittelallergenen in Verbindung stehen, siehst du hier:

Inhalative Allergene Nahrungsmittelallergene
Baumpollen (z. B. Birke) Apfel, Haselnuss, Karotte, Kirsche, grüne Kiwi, Nektarine, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Sellerie, Soja, Feige
Beifußpollen Gewürze, Karotte, Mango, Sellerie, Sonnenblumenkerne
Naturlatex Ananas, Avocado, Banane, Kartoffel, Kiwi, Tomate, Esskastanie, Pfirsich, Mango, Papaya, Acerola-Kirsche, Sellerie
Birkenfeige Feige, Kiwi, Banane, Papaya, Ananas, Avocado
Vogelfedern Hühnerei, Geflügelfleisch, Innereien
Hausstaubmilben Schalen- und Weichtiere
Tierepithelien Fleisch

Symptome

Symptome einer Nahrungsmittel­allergie

Die Symptome von Nahrungsmittelallergien treten kurz nach dem Verzehr der Lebensmittel auf, manchmal auch bis zu zwei Stunden später.

Primäre Lebensmittelallergien können lebensbedrohlich sein. Diese schweren allergischen Reaktionen werden Anaphylaxien genannt. Rund ein Drittel aller in Notfallambulanzen behandelter Anaphylaxien geht auf Nahrungsmittelallergien zurück. Bei Kindern sind sie für fast 60 % der gemeldeten Fälle verantwortlich. Damit zählen Nahrungsmittel neben Medikamenten und Insektengiften zu den häufigsten Auslösern von Anaphylaxien.

Sekundäre Nahrungsmittelallergien sind meistens schwächer ausgeprägt, aber nach Expertenbeobachtungen nehmen die Anaphylaxien hier zu.

Betroffene berichten, dass ihre Symptome außerhalb der Pollensaison deutlich schwächer ausgeprägt sind oder sogar ganz ausbleiben. Begleitumstände wie körperliche Anstrengung können die Beschwerden jedoch verschlimmern.

Symptome der Nase

  • Verstopfte Nase
  • Juckreiz
  • Schnupfen

Symptome der Haut

  • Hautrötung (Flush)
  • Hautausschlag
  • Nesselsucht (Quaddeln)
  • Juckreiz
  • Schwellungen

Symptome im Mundbereich

  • Schwellungen der Lippen, der Zunge, des Gaumens und/oder des Kehlkopfes
  • Juckreiz im Mund- oder Rachenraum
  • Orales Allergiesyndrom

Symptome des Kreislaufs

  • Schock
  • Blutdruckabfall
  • Erhöhte Pulsfrequenz
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Kurze Bewusstlosigkeit

Symptome der Lunge

  • Husten
  • Engegefühl im Brustkorb
  • Schweratmigkeit
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Sauerstoffmangel

Symptome der Augen

  • Juckreiz
  • Rötung
  • Tränenfluss
  • Schwellungen

Symptome des Magen-Darm-Trakts

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • kolikartige Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Reflux der Magenflüssigkeit in die Speiseröhre

Behandlung

Behandlung einer Nahrungsmittel­allergie

Bei einer Nahrungsmittelallergie ist der sicherste Weg, die Allergene zu vermeiden, also nicht zu verzehren. Bei einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie bedeutet dies jedoch nicht, dass die Beschwerden auslösenden Nahrungsmittel vollständig gemieden werden müssen: Für viele Betroffene ist der Verzehr lediglich in der Pollensaison mit Symptomen verbunden und führt außerhalb der Saison zu deutlich schwächeren oder gar keinen Beschwerden.

Wer mit schweren allergischen Symptomen wie Atem- und Kreislaufbeschwerden reagiert, erhält eine fachärztliche Verschreibung für ein Notfallset, das ein Antihistaminikum, Kortison und einen Adrenalin-Autoinjektor enthält.

Studien haben gezeigt, dass die Behandlung der zugrundeliegenden Pollenallergie durch eine Allergen-Immuntherapie oder Hyposensibilisierung die Beschwerden an der Mundschleimhaut bei sekundären Nahrungsmittelallergien lindern kann.

Eine weitere gute Nachricht für alle, die von der sekundären Form betroffen sind: Viele pollenähnliche Nahrungsmittelallergene sind hitzelabil, sodass der Verzehr ausreichend erhitzter Lebensmittel problemlos möglich ist.

Finde hier einen passenden Facharzt oder Fachärztin, um deiner Allergie-Freizeit näher zu kommen.

Tipps

Tipps bei Nahrungsmittel­allergie

Lass Dir von Deiner Lebensmittelallergie nicht den Appetit verderben. Wie dir das am besten gelingt, zeigen wir dir hier.

Zubereiten, aber richtig!

Gewusst wie: Mit der richtigen Zubereitung von Lebensmitteln kannst du deine Beschwerden vorab minimieren.

Experimentierfreudig

Manche Allergene in Obst lassen sich durch Erhitzen, Zerschneiden oder Säuern beseitigen. Probiere aus, ob du es dann besser verträgst.

Hitzebeständig

Die Allergene in tierischen Produkten, Sellerie und Nüssen sind besonders hitzebeständig. Meide diese auf jeden Fall.

Kontrolliert

Komme versteckten Allergieauslösern auf die Spur und lies dir die Zutatenliste auf Lebensmittelverpackungen gut durch.

 

Tagebuch führen

Was genau die Beschwerden auslöst, ist gerade bei Nahrungsmittelallergien schwer herauszufinden. Doch ein Allergietagebuch kann helfen. 

Der Auslöser im Detail

Notiere, was du isst und welche Beschwerden du hast. Auch Informationen zu sportlicher Aktivität oder der Einnahme von Medikamenten können dir und deiner Ärztin oder deinem Arzt helfen, dem Allergen auf die Schliche zu kommen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Du kommst nicht dazu, kontinuierlich alle Lebensmittel zu notieren, die du zu dir nimmst? Dann greife zu deinem Smartphone und fotografiere dein Essen.

Für den Notfall gerüstet

Der anaphylaktische Schock kann eine große Gefahr für Nahrungsmittelallergiker:innen darstellen. Die richtige Vorbereitung kann dir das Leben retten. Informiere dich hier.

Allzeit bereit

Trage dein Notfallset stets bei dir und mach dich damit vertraut. So weißt du im Notfall, welches Medikament in welcher Situation einzusetzen ist und sparst kostbare Zeit. 

Doppelt sicher

An Orten, an denen du dich viel aufhältst, lagerst du am besten ein zusätzliches Notfallset, z. B. im Büro, im Fitnessstudio. Ist dein Kind betroffen, steht am besten auch im Kindergarten, bei den Großeltern oder im Sportverein eines bereit.

Hilfe per Handy

Damit du im Notfall schnell medizinische Hilfe rufen kannst, solltest du dein Handy immer griffbereit haben.

Ausweis gibt Auskunft

Trage die Daten deines Notfallkontakts stets bei dir bzw. gib deinem Kind deine Kontaktdaten mit, genauso wie den Allergieausweis, auch Anaphylaxie-Pass genannt. Hier sind die Allergene und Lebensmittel aufgelistet, auf die du oder dein Kind allergisch reagieren. So können im Notfall die richtigen Maßnahmen getroffen werden.

Lass es alle wissen

Informiere Lehrer:innen, Eltern und Freund:innen über die Allergie deines Kindes. Sie alle müssen einen anaphylaktischen Schock erkennen und im Ernstfall schnell handeln können.

Kompakter Lebensretter

Ein Anaphylaxie-Notfallset enthält immer ein Antihistaminikum, Kortison sowie einen Adrenalin-Autoinjektor. Damit es im Fall der Fälle eingesetzt werden kann, solltest du Folgendes beachten:

So geht's

Falls den Notfallsets nicht bereits eine Gebrauchsanweisung beiliegt, solltest du dies nachholen. Achte darauf, dass sie für jeden verständlich ist.

Noch gut?

Kontrolliere regelmäßig das Ablaufdatum deiner Notfallsets und tausche sie rechtzeitig aus.

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