Allergien bei Kindern

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Behalte die Pollen im Blick!

Allergie bei Kindern

Allergien stellen eines der häufigsten Gesundheitsprobleme unter Kindern und Jugendlichen dar. 16 % der 0- bis 17-Jährigen leiden an Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Neurodermitis. Jungen sind häufiger von Heuschnupfen und allergischem Asthma betroffen als Mädchen. Auch Nahrungsmittel- und Insektengiftallergien sowie durch Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze verursachter allergischer Schnupfen treten unter Kindern und Jugendlichen auf.

Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis zeigen sich häufig schon bei Säuglingen, können sich aber auch wieder verwachsen. Allerdings haben Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens einen allergischen Schnupfen oder allergisches Asthma zu entwickeln.

Im Kleinkind- und Grundschulalter sind oft luftgetragene Auslöser wie Katzenallergene, Hausstaubmilben und Pollen für allergische Reaktionen verantwortlich. Auch Jugendliche reagieren verstärkt auf Pollen.

Wer als Kind oder Jugendlicher unter allergischem Schnupfen leidet, entwickelt später oft Asthma.

Wie kommt es zu Allergien bei Kindern?

Kinder haben ein deutlich erhöhtes Allergierisiko von 50 bis 80 %, wenn beide Elternteile eine atopische Erkrankung haben oder hatten. Als atopisch werden Erkrankungen bezeichnet, die auf einer erhöhten Neigung zu Allergien beruhen – dazu zählen unter anderem Neurodermitis, allergischer Schnupfen oder allergisches Asthma.

Doch neben den Genen spielen auch äußere Faktoren bei der Entstehung von Allergien eine Rolle, sodass man vorbeugende Maßnahmen treffen kann:

  • Achte während der Schwangerschaft und Stillzeit auf eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung, die auch Fisch beinhaltet. Sie muss nicht allergenarm sein.
  • Stille dein Baby, wenn möglich, bis zum Beginn des fünften Lebensmonats. Sollte das nicht möglich sein, wird bei Babys, die ein erhöhtes Risiko haben, eine Allergie auszubilden, hypoallergene Säuglingsnahrung empfohlen. Diese Nahrung verzichtet auf Inhaltsstoffe, die eine allergische Reaktion hervorrufen könnten. Setze dann zeitnah auf Beikost (inklusive Fisch).
  • Vermeide Übergewicht bei deinem Kind, da ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten BMI und der Entwicklung von Asthma besteht.
  • Bei Familien mit erhöhtem Allergierisiko: Schaffe dir als Haustier keine Katze an.
  • Achte auf ein gutes Innenraumklima, das möglichst frei von Schimmel, Tabakrauch und Luftschadstoffen ist.
  • Potente Nahrungsmittelallergene sollten im ersten Lebensjahr nicht gemieden werden. Studien haben gezeigt, dass die Vermeidung von Erdnuss bei Kindern mit einem hohen Allergierisiko häufiger zu einer Erdnussallergie geführt hat als bei Kindern, die Erdnüsse verzehrten.
    Hat dein Kind jedoch Neurodermitis und kommt seine Haut in Kontakt mit Erdnüssen, können die Allergene über die gestörte Hautbarriere aufgenommen werden und eine Allergie auslösen. Jedoch kann dies auch über Erdnussallergene im Hausstaub geschehen.
  • Lass auch dein Kind mit erhöhtem Allergierisiko nach den Empfehlungen der STIKO impfen.

Wie werden Allergien bei Kindern diagnostiziert?

Kinderärzt:innen mit der Zusatzqualifikation Allergologie, auch Kinderallergolog:innen genannt, können eine Allergie bei deinem Kind feststellen. Hilfreich ist es dabei, wenn du schildern kannst, in welchen Situationen die Symptome aufgetreten sind. So können Allergolog:innen eine erste Vermutung anstellen, um welche Allergie es sich handelt, und sie mithilfe eines Tests bestätigen oder widerlegen.

Bei Kindern kommt zur Diagnose ein Bluttest oder ein Pricktest infrage. Bei Letzterem tropfen die Ärzt:innen verschiedene Lösungen mit allergieauslösenden Stoffen auf verschiedene Hautstellen auf der Unterarminnenseite, die mit einer Nadel minimal eingeritzt werden. Nach etwa 20 Minuten ist erkennbar, ob die Haut allergisch reagiert hat und Quaddeln aufweist.

Die Diagnose von allergischem Asthma ist bei Kindern erschwert, da sie häufig von Atemwegsinfekten betroffen sind. Denn wiederholt auftretende Atemwegsinfekte verursachen Entzündungen, die sich kaum von denen unterscheiden lassen, die bei Asthma auftreten. Im frühen Schulkindalter nimmt die Infekthäufigkeit wieder ab.

Wie werden Allergien bei Kindern behandelt?

Je früher eine Allergie erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Wie auch bei Erwachsenen gibt es bei Kindern drei Möglichkeiten der Behandlung:  Vermeidung von Allergenen, Einnahme von Medikamenten zur Symptomlinderung sowie Hyposensibilisierung. Letztere wird auch Allergen-spezifische Immuntherapie genannt und setzt an der Ursache der Allergie im Immunsystem an. Eine Hyposensibilisierung wird bei allergischem Schnupfen, allergischem Asthma und Insektengiftallergien bei Kindern ab 5 Jahren empfohlen. Auch bei zusätzlich bestehender Neurodermitis kann diese Therapieform durchgeführt werden. Sie kann, gerade wenn sie im frühen Kindes- und Jugendalter durchgeführt wird, neuen Allergien vorbeugen und das Asthmarisiko verringern.

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