Schimmelpilzallergie

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Schimmelpilzallergie

Schimmelpilz­allergie

Sie leben in feuchten Wänden, in der Blumenerde, im Kompost und manchmal leider auch im Kühlschrank: Schimmelpilze. Allein in Mitteleuropa gibt es rund 200 verschiedene Arten, die an unterschiedlichen Orten wachsen.

So kommen Vertreter der Gattungen Cladosporium, Alternaria sowie Botrytis in der Vegetation vor und Aspergillus fumigatus gedeiht vor allem in Kompost und verrottendem Pflanzenmaterial. Viele Penicillium-Arten besiedeln verderbende Lebensmittel und (Bio-)Abfälle. Andere Schimmelpilzarten treten in feuchter Bausubstanz oder bei Tierhaltung mit Einstreu auf.

So unterschiedlich die einzelnen Arten auch sind, so haben die doch Eines gemeinsam: Sie alle können sensibilisierend wirken und Allergien auslösen. Schätzungen zufolge sind 5 % der Bevölkerung auf Schimmelpilze sensibilisiert – 60 % davon reagieren allergisch.

Ursachen einer Schimmelpilzallergie

Schimmelpilze können sich durch winzige Sporen oder durch Bruchstücke über die Luft verbreiten. Das tatsächliche Vorkommen hängt unter anderem von der Flugfähigkeit ab. Außerdem setzen Schimmelpilze Stoffwechselprodukte (Toxine) und andere organische Substanzen frei.

Auf diese Weise verbreiten die einzelnen Arten bis zu 30 verschiedene Allergene – eigentlich harmlose Stoffe, die bei Allergikern eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Die vorwiegend als Außenluftschimmel geltenden Gattungen Alternaria sowie Cladosporium scheinen für die Entstehung und den Schweregrad des Asthmas von besonderer Bedeutung zu sein. So machen Experten besonders die Schimmelpilzart Alternaria alternata für Asthmanotfälle und das sogenannte Gewitter-Asthma verantwortlich. Beim Gewitter-Asthma brechen die umherfliegenden Sporen durch Luftdruckschwankungen bei starken Gewittern auf und verursachen so besonders hohe Allergenkonzentrationen.

Ob und wann ein Mensch eine Schimmelpilzallergie entwickelt, ist abhängig von seiner genetischen Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren.

Symptome

Symptome einer Schimmelpilz­allergie

Zu den wichtigsten und häufigsten allergischen Reaktionen zählt die Typ-I-Allergie. Dabei leiden Betroffene unter allergischem Schnupfen (ähnlich wie Heuschnupfen), allergischer Bindehautreizung (Konjunktivitis), allergischem Asthma oder Nesselsucht (Urtikaria). Schon geringe Belastungen mit Schimmelpilzallergenen können allergische Reaktionen hervorrufen.

Symptome der Nase

  • Allergischer Schnupfen (Rhinitis)
  • Niesreiz
  • verstopfte oder laufende Nase
  • Schleimhautschwellung

Symptome des Auges

  • Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Juckreiz
  • Gerötete, brennende und tränende Augen

Symptome der Lunge

  • Allergisches Asthma mit akuter Atemnot
  • Hustenanfälle
  • Reizung der Rachenschleimhäute (Trockenheitsgefühl und Räuspern)
  • Bronchitis

Symptome der Haut

  • Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • juckender, geröteter Hautausschlag
  • Nesselsucht (Quaddeln, Hautrötung)

Symptome des zentralen Nervensystems und Allgemeinbefinden

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Behandlung

Behandlung einer Schimmelpilz­allergie

Die Vermeidung des Kontaktes mit Allergenen ist bei Schimmelpilzen kaum möglich. Deshalb stehen Medikamente wie Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays zur Linderung der Symptome zur Verfügung. Sie unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers auf das Allergen, die zu den typischen Beschwerden der Schimmelpilzallergie führt.

Wer seine Allergie nachhaltig behandeln möchte, kann sich einer Hyposensibilisierung (Allergen-spezifische Immuntherapie / AIT) unterziehen. Dabei werden dem Betroffenen über einen bestimmten Zeitraum hinweg immer höhere Dosen des jeweiligen Allergens verabreicht, damit der Körper eine Toleranz entwickelt. Das geschieht in der Regel während drei Jahren.

Tipps

Tipps bei Schimmelpilz­allergie

Schimmelpilze kommen sowohl draußen als auch in Innenräumen vor und verbreiten sich durch ihre Sporen schnell und weit. Deshalb lässt sich der Kontakt mit den Allergenen kaum vermeiden. Wir haben einige hilfreiche Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen du den Allergenen trotzdem aus dem Weg gehen kannst.

Müll sorgfältig entfernen

Im Müll fühlt sich der Schimmel wohl. Deshalb gilt für Allergiker: Müll regelmäßig und sorgfältig entfernen.

Je öfter desto besser

Leere den Hausmüll regelmäßig, um der Bildung von Schimmelpilzen vorzubeugen.

Obacht vor Bio

Lagere deinen Biomüll nicht in der Wohnung. Hierin befinden sich besonders viele Schimmelpilze.

Meide Kompost

Kompostieren ist keine gute Tätigkeit für dich - hier leben besonders viele Schimmelpilze und durch das Umgraben wirbelst du die Sporen auf.

Weg damit!

Von Schimmelpilzen befallene Nahrungsmittel gehören sofort und vollständig in den Müll. Es reicht nicht, die betroffenen Stellen wegzuschneiden.

Richtiges Raumklima schaffen

Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit eines Raumes sind ausschlaggebend für Schimmelbildung. Wir verraten dir, welches Raumklima das Beste für dich ist.

Lass Dampf ab

Lasse niemals die Badezimmertür auf, während du duschst oder badest. Sonst verbreitet sich die zusätzliche Luftfeuchtigkeit in der ganzen Wohnung.

Draußen trocknen

Trockne deine Wäsche nicht in der Wohnung. Sonst erhöhst du die Luftfeuchtigkeit und begünstigt das Schimmelwachstum.

Fenster auf!

Lüfte viel! Regelmäßiges Lüften verringert die Konzentration der Schimmelpilz-Sporen in deiner Wohnung.

Heiß, heiß, Baby

Beheize deine Räume ausreichend. Das senkt die Luftfeuchtigkeit und macht es den Schimmelpilzen ungemütlich.

Fleißig entfeuchten

Mit Luftentfeuchtern kannst du die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen senken und so die Lebensbedingungen der Schimmelpilze verschlechtern.

Auf Gartenarbeit verzichten

Schimmel im Freien? Und ob! Es gibt diverse Schimmelpilzarten, die draußen leben, ihre Sporen verbreiten und so Symptome auslösen können. Erfahre, worauf du achten solltest.

Überlass es anderen

Schimmelpilze kommen auch außerhalb deiner Wohnung vor. Im Spätsommer solltest du z. B. nicht Rasenmähen. Denn im gemähten Gras siedeln sich gerne Schimmelpilze an.

Pollen und Pilze

Wenn du im Sommer Symptome hast und nicht auf Gräser allergisch bist, könnten Schimmelpilze verantwortlich sein. Diese kleben häufig auf den Graspollen und fliegen mit. Hole dir dazu fachärztlichen Rat ein.  

Bleib weg vom Kompost

Kompostieren ist keine gute Aufgabe für Schimmelpilzallergiker:innen, da hier besonders viele Schimmelpilze leben und die Sporen durch die Arbeit mit dem Kompost aufgewirbelt werden.

Richtig lüften im Sommer

Das Lüften ist der wichtigste Bestandteil für ein gutes Raumklima und zur Verringerung der Schimmelbildung in der Wohnung. Wir zeigen dir, worauf du dabei achten solltest.

Alles im Blick

Behalte die Raumluftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers im Auge. Idealerweise bringst du zum Vergleich ein zweites Hygrometer im Freien an.

Bei Regen Fenster zu

Lüfte nur, wenn die Außenluft weniger feucht ist als die Innenraumluft.

Schaffe Durchzug

Öffne die Fenster soweit es geht und sorge für Durchzug, um den Luftaustausch zu beschleunigen.

Eine ganze halbe Stunde

Lüfte rund 20 bis 30 Minuten für einen gründlichen Luftaustausch.

Fenster wieder schließen

Nach dem Lüften die Fenster tagsüber wieder komplett schließen.

Auf der Kippe

Über Nacht können Fenster in Kippstellung gebracht werden. So kann überschüssige Raumluftfeuchtigkeit, beispielsweise aus dem Schlafzimmer, nach außen abgegeben werden.

Richtig lüften im Winter

Schimmelpilze mögen es feucht. Deshalb musst du viel lüften – auch im Winter. Doch Vorsicht: Der Winter hat seine eigenen Lüftungsgesetze. Wir verraten dir, welche das sind.

Oft aber kurz

Lüfte mehrmals am Tag, aber nur für kurze Zeit. Nicht länger als 5-10 Minuten.

Kontrolle ist besser

Behalte die Raumluftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers im Auge.

Reagiere rechtzeitig

Beginne mit dem Lüften, sobald die Luftfeuchtigkeit ansteigt.

Fenster, öffne dich

Öffne die Fenster so weit es geht und sorge für Durchzug, um den Luftaustausch zu beschleunigen.

Fenster wieder schließen

Nach dem Lüften die Fenster wieder komplett schließen.

Extra-Schichten

Im Winter sollte nach Möglichkeit ca. 3-5 Mal am Tag gelüftet werden. Zusätzliches Lüften ist unter Umständen bei diversen Tätigkeiten wie Kochen, Duschen etc. nötig.

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